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| Die russische Neonazi-Szene produziert ständig neue Ableger (Foto: Archiv/.rufo) | |
Montag, 12.12.2005
Petersburger Neonazi-Chef muss ins Gefängnis
St. Petersburg. Der Anführer der Petersburger Neonazi-Gruppe „Schulz-88“, Dmitri Bobrow, ist wegen Volksverhetzung und Gründung einer extremistischen Vereinigung zu sechs Jahren Gefängnishaft verurteilt worden.
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Drei Mitangeklagte wurden zu Bewährungsstrafen verurteilt, zwei weitere Mitglieder der Vereinigung freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, Berufung gegen die ihrer Meinung nach zu milden Urteile einzulegen.
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Prozess unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Die Ermittlungen gegen die Organisation hatten bereits im Jahr 2003 begonnen. Die Rechtsextremisten waren beschuldigt worden, für eine Reihe von Überfällen auf südländisch aussehende Menschen in St. Petersburg verantwortlich zu sein.
Einer der Angeklagten war auch mit dem Angriff auf eine tadschikische Familie in Verbindung gebracht worden, bei dem ein kleines Mädchen ermordet worden war.
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Der erste derartige Prozess gegen eine Neonazi-Vereinigung in St. Petersburg war unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt worden. Die Richter begründeten diesen Schritt mit Sicherheitsbedenken und damit, dass noch nicht alle Angeklagten volljährig waren.
Gutachter wurde erschossen
Der Petersburger Wissenschaftler Nikolai Girenko, der ein Gutachten über „Schulz-88“ angefertigt hatte, war im Juni 2004 in seiner Wohnung von Unbekannten erschossen worden. Freunde und Kollegen gehen von einem Racheakt russischer Neonazis aus.
Petersburg gilt seit einigen Jahren als Hochburg der rechtsextremen Szene in Russland. Die Mitglieder einer weiteren rechtsextremistischen Gruppierung „Mad Crowd“ müssen sich derzeit ebenfalls vor einem Gericht verantworten.
(epd/kp)
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