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Hoch und hässlich - das neue Gebäude des Petersburger Mariinski-Theaters. (Foto: Fontanka)
Hoch und hässlich - das neue Gebäude des Petersburger Mariinski-Theaters. (Foto: Fontanka)
Donnerstag, 07.02.2013

Petersburgs Mariinka-2: architektonische Missgeburt?!

St. Petersburg. Kaum sind die Bauzäune gefallen, wird St. Petersburg von Entsetzen ergriffen: das neue Gebäude des Mariinski-Theaters im alten Kolomna-Viertel ist ja sooo hässlich. Warum kommt diese Erkenntnis erst jetzt?

Ein moderner Klotz aus viel Glas und Beton ist die zweite Bühne, gelegen am Krjukow-Kanal unmittelbar im Rücken des historischen Mariinski-Theaters. Für die umgehende alte Bebauung eine Herausforderung, eine Provokation… oder eine Unverschämtheit, wie viele Petersburger meinen.

“Das ist uns allen eine Lehre“


Selbst der für seine zurückhaltende Intelligenz bekannte Eremitage- Direktor Michail Piotrowski tut seinen Unmut kund: Der Bau sei ein „städtebaulicher Fehler“, sagt er, und: „Das ist uns allen eine Lehre.“

Herr Piotrowski hat seine Aufgabe, ein modernes Museum in alte Bausubstanz einzubetten, allerdings meisterlich lösen lassen – keiner, der auf dem Schlossplatz steht, vermutet hinter den klassizistischen Fassaden des Generalstabsgebäudes Ausstellungssäle, die an das zeitgenössische Weltniveau heranreichen.

“Das weiß keiner“


Im Falle von Mariinski-2 ist das nicht gelungen. Im Internet überschlagen sich die Kommentare – „ein Einkaufszentrum für Gergijew“, heißt es da zum Beispiel. Oder: „ein Schuppen namens Theater“. Die „architektonische Missgeburt“ solle verschwinden, meinen viele, und sammeln dafür Unterschriften.

Bei Russland-Aktuell
• Mariinski-Chef Gergijew zu Münchner Philharmonikern? (21.01.2013)
• Sanierung nonstop auf dem Petersburger Theaterplatz (05.06.2012)
• Mariinski-2: Millionen versickern auf der Baustelle (21.03.2012)
Meister Gergijew, der künstlerische Leiter des Mariinski, ist dagegen voller Begeisterung und versteht die heftige Reaktion seiner Mitbürger nicht. „Wenn das Gebäude außen und innen fertig ist, wird es völlig anders aussehen! Wie, das weiß keiner, nicht mal ich!“ Wir dürfen gespannt sein.

Wozu die ganze Aufregung?


Die plötzliche Aufregung mutet schon seltsam an – seit Jahren ist dieser Klotz vor den Augen aller herangewachsen, aber anscheinend hat keiner hingesehen. Es war ja nun nicht so, dass er hinter undurchsichtigen Gerüsten verborgen gewesen wäre. Einen Bauzaun gab es, aber mehr auch nicht.

Wer also sehen wollte, hätte längst sehen müssen. Wer sich jetzt aufregt, hätte nur mal nach Kolomna fahren und die Augen aufmachen müssen. Es gibt ein schönes russisches Sprichwort: Wozu mit den Fäusten fuchteln, wenn die Schlägerei zu Ende ist?

Unter einem schlechten Stern


Der Bau der zweiten Mariinski-Bühne steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Jahrelang gab es Streit um das architektonische Konzept, der Baubeginn zögerte sich hinaus. Dann folgten mehrere Korruptionsaffären.

Jetzt ist das Haus so gut wie fertig, und es sieht ganz danach aus, als würde es die lange Schleife von Skandalen, die es hinter sich herzieht, noch lange nicht loswerden.



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