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| Petersburg wird weiter von rechtsradikalen Verbrechen erschüttert - die Miliz ist meist machtlos. Foto: www.newsru.com | |
Freitag, 07.04.2006
Rassismus: Erneut Mord an ausländischem Studenten
St.Petersburg. Am Freitag wurde in St.Petersburg ein Student aus Senegal erschossen. Das am Tatort aufgefundene Jagdgewehr trug ein Hakenkreuz. Mit dem Mord gewinnen die rechtsradikalen Ausfälle neue Brutalität.
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Um etwa 05.30 Uhr hatte eine kleine Gruppe von afrikanischen Studenten den Nachtclub „Apollo“ verlassen, wo die Studenten den Tag ihrer Fakultät gefeiert hatten. Auf dem Weg zur Metrostation „Technologitscheski Institut“ feuerte ein Unbekannter von hinten in die Gruppe und traf den 28jährigen Senegalesen Lamzar Samba in den Hinterkopf. Er starb am Tatort.
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Das Opfer lebte seit sechs Jahren in St. Petersburg und war aktives Mitglied der Gruppe „Afrikanische Einheit“, einer Art Solidaritätsorganisation für in Russland studierende Landsleute, die sich zudem vehement gegen die sich häufenden rassistischen Überfälle einsetzt.
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Die Übergriffe werden immer brutaler
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An derselben Stelle war es bereits am 11. November letzten Jahres zu einer Schlägerei zwischen zwei Petersburgern und einer Gruppe Afrikaner gekommen, die ebenfalls aus dem erwähnten Nachtclub gekommen waren.
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Das heutige Verbrechen ist allerdings von ganz anderer Qualität – bisher waren bei den Überfällen, schlimm genug, Fäuste, Schlagringe und Messer zum Einsatz gekommen. Von einer Schusswaffe wurde aber erstmals Gebrauch gemacht.
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Was will der Mörder damit sagen?
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In den Petersburger Medien herrscht Rätselraten um die Absicht, die hinter diesem Mord steckt. Warum wurde die Waffe offen liegengelassen? Der Täter wollte offenbar, dass sie schnell gefunden wird. Warum wählte er denselben Ort, an dem es bereits vor Monaten zu einem Konflikt gekommen war?
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„Fontanka.ru“ wittert eine Provokation, um das eh arg von rechtsradikalen Verbrechen gebeutelte Petersburg im Vorfeld des G8-Gipfels zu diskreditieren. Und ist der Mord dann gar ein „Geburtstagseschenk“ für Gouverneurin Valentina Matwijenko? Ist es Zufall, dass er in der Nacht nach dem Fußballspiel Zenit-Sevilla geschah, als die Hauptkräfte der Miliz zum Stadion abgezogen worden waren?
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Die Öffentlichkeit ist entsetzt
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Wie dem auch sei – inzwischen wurde Anklage wegen „rassistisch motiviertem Mord“ erhoben. Aus der russischen Hauptstadt ist eine Operativgruppe des Innenministeriums eingeflogen, um bei der Aufklärung zu helfen. Das Innenministerium hat den Fall unter seine Kontrolle genommen und den Verwandten des Ermordeten bereits offiziell ihr Beileid bekundet.
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Die Resonanz in der Öffentlichkeit ist ebenfalls groß. Bekannte Persönlichkeiten brachten ihre Abscheu vor rechtsradikalen, nationalistischen Ausfällen im Lande zum Ausdruck. Die Russische Bürgerkammer drückte ihre Empörung aus und rief dazu auf, den Rechtsradikalismus endlich ernst zu nehmen und Maßnahmen dagegen zu ergreifen.
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Aus Menschenrechtskreisen verlautete, der Rassismus sei tief in der Gesellschaft verwurzelt und grassiere besonders in den unteren Rängen der Miliz. Die allgemeine Gleichgültigkeit angesichts der rechtsradikalen Verbrechen sei ein fruchtbarer Boden für deren weitere Ausbreitung. (sb/.rufo)
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