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Beton und Glas mit Rissen - der Friedensturm auf dem Petersburger Heumarkt. (Foto: mr7.ru)
Beton und Glas mit Rissen - der Friedensturm auf dem Petersburger Heumarkt. (Foto: mr7.ru)
Dienstag, 20.07.2010

Risse im Petersburger Friedensturm – weg mit dem Ding?

St. Petersburg. Da steht sie nun seit dem großen Jubiläum von 2003 auf dem Haumarkt, und längst ist der Streit um die 18 Meter lange Beton- und Glassäule vergessen. Risse in den Glasblöcken beleben die Diskussion neu.

Entdeckt wurde der lange, sich durch die drei obersten der sechs Glasblöcke ziehende Riss durch Zufall – eine Leserin des Stadtportals Fontanka.ru machte Fotos und schlug Alarm. Noch ist kein Glas abgesplittert, aber Experten sind der Meinung, das sei nur eine Frage der Zeit.

Die Metro könnte Schuld sein


Das könnte tatsächlich gefährlich werden, denn der Turm aus Beton und Glas, auf dem in 32 Sprachen das Wort „Frieden“ wiederholt wird, steht mitten auf dem belebten Heumarkt im Zentrum von St. Petersburg.

Zu den Gründen für die Deformationen befragt, vermutet ein Mitarbeiter des Museums für Stadtskulptur, es sei die von den unter der Erde fahrenden Metrozügen hervorgerufene Vibration. Immerhin kreuzen sich unter dem Platz drei Linien der Petersburger U-Bahn.

Das sei zu erwarten gewesen, meint der Standbild-Experte. „Zum Glück ist das Glas nicht zerbrochen“, sagt Ludmila Nemykina vom „Russischen Glas-Unternehmen“. Der beste Ausweg aus der misslichen Lage ist für sie die Demontage des Turms, um Schlimmeres zu vermeiden.

Starke Winde und hartes Klima


Die Risse könnten aber auch durch einen Fehler im Entwurf oder bei der Herstellung des Denkmals entstanden sein. Möglich wäre, dass der Autor die großen Klimaschwankungen und die bisweilen starken Winde in der Nördlichen Hauptstadt nicht berücksichtigt habe.

Der Turm, an dem sich 2003 in der Jubiläumsstadt die Geister schieden, muss unbedingt gründlich untersucht werden, bevor herunterkommende Glasscherben Schaden anrichten können. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich dann der Traum der Gegner von 2003 erfüllt und die Stehle ihren Platz auf dem Heumarkt räumen muss.

Bei Russland-Aktuell
• Petersburg rückt seinen Denkmälern zu Leibe (30.04.2004)
• Was schenkt man einer Stadt? (29.05.2003)
• O Newa, sag´ an in aller Fröhlichkeit... (27.05.2003)
• Unfrieden um den Friedensturm (14.05.2003)
• Der Friedensturm entpuppt sich als Flop (21.03.2003)

Späte Satisfaktion möglich


Um den Friedensturm hatte es von Anfang an kontroverse Diskussionen gegeben. Denkmalschützer sahen in ihm einen Fremdkörper in der historischen Bebauung des Heumarkts und seiner Umgebung. Sie wollten die Errichtung verhindern und klagten sogar, aber erfolglos.

Zunächst hatte es geheißen, der Turm sei ein offizielles Geschenk der französischen Regierung an die 300 Jahre alt werdende Stadt. Das erwies sich schließlich als unwahr, und dennoch hatte die Petersburger Stadtregierung nicht den Mut, das Geschenk zurückzuweisen.

Zum Trost hieß es 2003, es sei eh nur ein Provisorium und würde nach den Feiern wieder verschwinden. Das tat es nicht, und inzwischen fällt die Säule auf dem erneuerten Heumarkt auch nicht mehr sonderlich auf, alle haben sich an sie gewöhnt und bemerken sie gar nicht mehr.

Sollten die Risse sich als gefährlich erweisen und ein Abbau der Stehle nötig sein, könnten die Gegner von 2003 allerdings doch noch späte Satisfaktion erhalten.



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Die zwei Türme: Die goldene Kuppel der Isaaks-Kathedrale und die Nadel der Admiralität markieren weithin sichtbar das Petersburger Stadtzentrum. (foto: ld/rufo)




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