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| In bekannter grüner Tracht: Wie in Spanien, Italien, Frankreich, Schweden und Polen wird nun auch in Russland allmorgendlich das Metro-Gratisblatt verteilt. (Foto: eva/.rufo) | |
Dienstag, 27.09.2005
Schwedische Metro in Petersburg eingefahren
St. Petersburg. Nachdem der schwedische Medienkonzern Metro das gleichnamige Petersburger Gratisblatt übernommen hat, wird die Zeitung ab heute mit neuem Outfit an Pendler und Passanten verteilt.
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Im Westen ist der dunkelgrüne Zeitungskopf mit weißer Schrift und Weltkugel bereits ein bekanntes und mehr oder weniger beliebtes Markenzeichen. Das Blatt mit seinem schnellen, leichten und ziemlich seichten Journalismus, angereichert mit Boulevard-Nachrichten, wird in einer Gesamtauflage von über 15 Millionen Exemplaren Pendlerinnen und Pendlern in 18 Ländern zum Frühstück angeboten.
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Charakter praktisch unverändert
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Bereits vor der Übernahme durch den großen Bruder aus Schweden per Franchiseabkommen im August besaß das Metro-Vorgängerblatt das übliche Gratiszeitungsprofil. Darum hat sich ihr Charakter nach dem Relaunch durch die neueLeitung nicht wesentlich verändert. Lediglich die Rubrikentitel wurden ausgewechselt, mehr Platz für Kurzinterviews und Interviews freigemacht und eine englische Seite eingeführt. Die englischsprachige Seite, die wohl für Touristen gedacht ist und einen sogenannten “weekly Report” umfaßt, ist zumindest in der ersten Ausgabe reichlich mager ausgefallen und überzeugt deshalb kaum.
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b>Mix aus Kurzfutter und Werbung
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Dass sich die Zeitung mit ihren neuen Kolumnen und Interviews stark von ihrem oberflächlichen und unkritischen Vorgänger in Rot unterscheiden wird, ist unwahrscheinlich Der Mix aus Kurzfutter und Werbung, dem gegebenenfalls auch problemlos die ganze Titelseite geopfert wird, lässt kaum etwas anderes zu. Auch eine Konkurrenz, die zur Qualitätssteigerung beitragen könnte, fehlt. Metro ist mit seiner Auflage von knapp 900.000 Stück bisher allein auf dem Petersburger Markt.
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Rascher Gewinn erwartet
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Wie lange und erfolgreich das schwedische Medienengagement am ersten russischen Standort sein wird, ist noch nicht bekannt. Einer Meldung von russland-aktuell.RU zufolge verspricht sich die Konzernleitung allerdings bereits im ersten Jahr einen Gewinn und hat weitere Expansionspläne in Russland.
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Die zehnjährige Geschichte des Metro-Imperiums verzeichnet trotz seiner Macht nicht nur Erfolge. So verlor die Gratiszeitung beispielsweise einen langjährigen und teuren Verdrängungswettbewerb in der Schweiz gegen seinen norwegischen Konkurrenten “20 Minuten”. In Frankreich wurde Metro, das für einen rüden Umgang mit seinem Personal und seine sprunghafte Firmenpolitik bekannt ist, bei seiner Einführung mit großangelegten Protestaktionen der Gewerkschaften begrüßt. Auch in Deutschland bereitet man sich laut Medienbeobachtern auf einen Einzug der Schweden in den heiß umkämpften Blätterwald vor.
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(eva/.rufo)
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