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New-Petersburg soll aus dem Meeresboden wachsen (Bild: fontanka.ru)
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Mittwoch, 14.11.2007

Smolny gibt grünes Licht für Neuland-City im Meer

St. Petersburg. Die Stadtverwaltung hat den Bebauungsplan für das Neuland-Projekt am Ostsee-Ufer der Wassili-Insel genehmigt. Petersburg soll dadurch um 450 Hektar größer werden und einen Passagierhafen erhalten.

„Morskoi Fassad“ heißt das gigantische Bauprojekt, dessen erste Spuren bereits am Ufer der Wassili-Insel zwischen Smolenka-Mündung und Hotel Pribaltijskaja zu sehen sind. Hier entsteht zunächst ein neuer Hafen zur Abfertigung von Kreuzfahrtschiffen, der bereits im nächsten Jahr zum Teil in Betrieb gehen soll. Bislang mussten die großen Cruiser im Frachthafen zwischen Containern und aufgestapeltem Schrott ihre Gäste an Land setzen.

Petersburg will sich eine neue Ostsee-Skyline schaffen



Dieses Projekt wurde ausgelagert und vorgezogen. Doch nun hat der Smolny auch die weiteren ambitionierten Pläne zur Vergrößerung der Wassili-Insel für gut erklärt.

Dies geschah allerdings gegen den Willen der meisten Bewohner der heutigen Küstenlinie, denen nun statt der bisherigen Aussicht aufs Meer zunächst für Jahre eine Großbaustelle und anschließend eine Stadtautobahn und ein Neubauviertel mit bis zu 90 Meter hohen Gebäuden vorgesetzt bekommen.

Bei Russland-Aktuell
• Chinesische Plattenbauten am Finnischen Meerbusen (14.12.2005)
• Stadt gibt grünes Licht für Fährhafen (22.06.2005)
• Petersburg sucht Neuland auf Ostsee-Boden (16.05.2005)
Auf einer unlängst abgehaltenen Bürgerversammlung schlug jedenfalls die Empörung hoch. Die Gegner kündigten Klagen gegen die Baupläne an, da offensichtlich war, dass die Baubetreiber und die Stadtverwaltung das Projekt wie vorgesehen durchziehen wollen.

Stadtbehörden wollen Pläne auch gegen Widerstand durchsetzen


„Selbst wenn alle Bewohner dagegen sind, wird die Aufschüttung und die Bebauung realisiert. Berücksichtigt werden können allenfalls Vorbehalte zum Ablauf der Bauarbeiten“, formulierte der Vize-Chef der Wassili-Insel-Stadtteilverwaltung, Dmitri Fjodorow, die Haltung der Behörden.

Insgesamt sollen dem Finnischen Meerbusen durch Aufschüttungen 477 Hektar Fläche abgetrotzt werden. 30 Hektar bleiben als Wasserläufe erhalten, da der Plan die Anlage einer schicken Büro-City-Insel im Norden vorsieht. Etwa ein Drittel des Areals entfällt auf den neuen, 900 Mio. Euro teuren Passagierhafen, in dem ab 2011 sieben Anleger für bis zu 300 Meter lange Kreuzfahrt-Riesen bereit stehen sollen.

Auf der restlichen Fläche sollen Gebäude mit insgesamt drei Millionen Quadratmeter Geschossfläche errichtet werden. Etwa die Hälfte entfällt auf Wohnnutzung, den Rest teilen sich Bürobauten, öffentliche Einrichtungen, Einkaufscenter und Hotels. 20 Hektar sind als Grünflächen markiert.

Schöne neue Welt: Die neuen Küstenbewohner nehmen allerdings den alten die Sicht. (Bild: morskoi-fassad)
Schöne neue Welt: Die neuen Küstenbewohner nehmen allerdings den alten die Sicht. (Bild: morskoi-fassad)

Neue Wohnungen für 34.000 Menschen


Das Neuland werden nach Berechnungen der Bauträger eines Tages 33.800 Menschen bewohnen. Die Zahl von 9.000 in dem Projekt für sie vorgesehenen Parkplätzen entspricht dabei der heutigen Autodichte in Petersburg, aber bei weitem nicht den Mobilitätsbedürfnissen von Menschen, die sich eine Wohnung in der zu erwartenden noblen neuen Vorstadt leisten können.

Die Verkehrsanbindung des Neulands erfolgt in erster Linie über die geplante mautpflichtige Nord-Süd-Stadtautobahn SSD, die teils unterirdisch entlang der heutigen Küstenlinie verlaufen soll.

Auch zwei neue Metro-Stationen sind in den Plänen eingezeichnet.

(ld/rufo/St.Petersburg)


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