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Diesmal konnten Kreml-Kritiker ungestört und ungefährdet in St. Petersburg demonstrieren (Foto: eva/rufo)
Diesmal konnten Kreml-Kritiker ungestört und ungefährdet in St. Petersburg demonstrieren (Foto: eva/rufo)
Montag, 11.06.2007

SPB: Genehmigter Protest-Marsch ohne Probleme

St. Petersburg. Wie schon in Samara zum EU-Russland-Gipfel gab es auch zum Wirtschaftsforum in St. Petersburg einen „Marsch der Unzufriedenen“. Kasparow und Limonow konnten dazu einfliegen – und die Polizei hielt still.

Während in Samara die Oppositionsdemo erst nach einer Demarche der deutschen Bundesregierung genehmigt wurde, hatten sich die Petersburger Stadtverwaltung und die Organisatoren von vornherein auf eine Route und einen Zeitplan der Veranstaltung einigen können: Am Samstag Abend zogen deshalb etwa 2.500 Menschen vom Oktjabrski-Konzertsaal zum Suworow-Museum – und somit in Richtung des Smolny, wenn gleich auch nicht bis ganz dorthin. Allerdings gabe es dabei die Auflage, nur die Gehwege zu benutzen.

Kasparow und Limonow bekamen diesmal ihr Flugzeug



Auch konnten die beiden Führungsfiguren von Russlands außerparlamentarischer Opposition, Ex-Schachweltmeister Garri Kasparow und der Nationalbolschewisten-Chef Eduard Limonow diesmal ohne Schwierigkeiten aus Moskau zu der Demo einfliegen.

Bei früheren Versuchen hatte die Polizei es imer wieder verstanden, mit langwierigen Pass- oder Ticketkontrollen die Vordenker der „Nicht-Einverstandenen“ so lange aufzuhalten, bis ihre Flieger auf und davon waren.

Deeskalation von beiden Seiten geglückt



Bei Russland-Aktuell
• Kasparow bei Marsch der Unzufriedenen in Moskau (11.06.2007)
• Petersburger Behörden genehmigen Oppositions-„Marsch“ (05.06.2007)
• Samara-Gipfel: Demonstranten ohne Stimme (18.05.2007)
• Samara-Gipfel: Merkel kritisiert Repressionen (18.05.2007)
• Russen mehrheitlich gegen Schwulen-Paraden (18.05.2007)
„Demonstranten wie Staatsmacht taten diesmal alles, damit es zu keinen neuen Bildern für Euronews kam“, schrieb hinterher die lokale Internetzeitung fontanka.ru. Die Marsch-Teilnehmer warteten brav vor roten Ampeln, um den Verkehr nicht zu behindern. Und die Behörden hatten zur Abriegelung des Demonstrationsweges beim dritten „Marsch“ in St. Petersburg auch nicht die notorisch aggresiven OMON-Einheiten aufgeboten, sondern städtische Beamte und einfache Polizeischüler.

Insofern blieben die Schlagstöcke am Gürtel hängen und die Demonstranten gingen friedlich und ohne Prügel zu kassieren wieder auseinander – dies sogar eine halbe Stunde früher als in der Demo-Genehmigung gefordert. Provokationen und Gegendemonstrationen von Kreml-treuen Jugendorganisationen waren ebenfalls Fehlanzeige.

Kasparow konnte auch wieder ungehindert nach Moskau zurückkehren, wo er am Montag an einem dortigen „Marsch der Unzufriedenen“ teilnahm. Dieser war von der Stadtverwaltung aber nur als stationäre Kundgebung genehmigt worden. Etwa 500 Menschen nahmen daran teil.


(ld/rufo/St.Petersburg)


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