Samstag, 31.01.2015

St. Petersburg: Deutsche Visa auf der Petrograder Seite

Deutschlands Generalkonsulin Heike Peitsch hat in Zukunft bedeutend weniger Publikumsverkehr im Generalkonsulat (Foto: ld/.rufo)
St. Petersburg. Das deutsche Generalkonsulat hat die Annahme von Anträgen auf Schengen-Visa an einen routinierten Dienstleister ausgelagert. Das hat viele Vorteile, kostet die Antragsteller aber auch 18,85 Euro extra.
Die Zeiten, als die Beantragung eines deutschen Schengen-Visums mit einer filigranen Vorbereitung in Form einer Online-Terminreservierung und dem pünktlichen Erscheinen vor dem Generalkonsulat (samt eventueller Wartezeit im Regen) verbunden war, sind in St. Petersburg jetzt vorbei. Seit dem 30. Januar können die Anträge im Visaantragszentrum von VFS Global auf der Petrograder Seite eingereicht werden – wo auch bereits ein gutes Dutzend anderer Staaten Visa-Unterlagen entgegennehmen und vorprüfen lässt.

Der größte Vorteil zum bisherigen Ablauf: Das Visazentrum hat täglich von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr geöffnet (mit Ausnahme hoher deutscher und russischer Feiertage). Acht Mitarbeiter stünden dort für die Bearbeitung der deutschen Anträge zur Verfügung – weshalb die Wartezeit maximal 15 Minuten betragen würde, erklärte ein VFS-Vertreter bei der feierlichen Eröffnung am Abend des ersten Arbeitstages – an dem in der riesigen Schalterhalle bereits 33 Anträge auf deutsche Visa abgefertigt wurden.

Wer jegliche Verzögerungen vermeiden will, kann aber auch für den Besuch des Visazentrums einen Termin telefonisch vereinbaren.

Mit Supermarkt und Restaurant unter einem Dach


Das Visazentrum befindet sich günstig gelegen in einem Einkaufszentrum nur 200 Meter von der Metrostation Tschkalowskaja entfernt (Tschkalowski Prospekt 7). Weitere Vorteile des Outsourcings sind die Möglichkeit, den Ablauf der Bearbeitung online verfolgen zu können und Pass und Visum anschließend per Kurier nach Hause geliefert zu bekommen. Auch können die Anträge jetzt nicht nur persönlich, sondern auch durch Bevollmächtigte eingereicht werden.

Die eigentliche Bearbeitung der Visaanträge samt der Ausstellung des Visums findet aber weiterhin im deutschen Generalkonsulat durch die Bediensteten der Visastelle statt. Wie Vertreter des Konsulats erklärten, soll die Ausstellung der Visaanträge üblicherweise innerhalb von drei Arbeitstagen gewährleistet werden – auch wenn die Vorschriften dafür zehn Tage Zeit lassen.

2014 stellte das deutsche Generalkonsulat in St. Petersburg etwa 33.000 Schengen-Visa und 2.000 nationale Visa (für längerfristige Aufenthalte, Familienzusammenführung etc.)aus.

Nationale Visa gibt es nur im Konsulat


Anträge auf nationale Visa werden auch weiterhin nur vom Generalkonsulat angenommen. Auch besteht nach wie vor die Möglichkeit, dort zu den früheren Bedingungen das 35 Euro teure Schengen-Visum zu beantragen – womit die von VFS Global erhobene zusätzliche Service-Gebühr von 18,85 Euro (in Rubel zum Tageskurs) entfällt. Die Terminvergabe für die Visastelle wird ebenfalls von VFS übernommen.

VFS Global ist bereits für die deutschen Generalkonsulate in Nowosibirisk und Jekaterinburg sowie die Botschaft in Moskau tätig. Weltweit nimmt das heute in London beheimatete Unternehmen in 1486 Antragszentren in 120 Staaten Visa-Anträge für 45 verschiedene Länder entgegen.

Damit hat es die 2001 in Indien zur Annahme von US-Visaanträgen gegründete Firma zum Weltmarktführer in der Disziplin der konsularischen Unterstützungsarbeit gebracht.