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Auf dem Petersburger Messegelände Lenexpo trifft sich am Wochenende - unter anderem - die globale Ölbranche mit Wladimir Putin (foto: ld/rufo)
Auf dem Petersburger Messegelände Lenexpo trifft sich am Wochenende - unter anderem - die globale Ölbranche mit Wladimir Putin (foto: ld/rufo)
Donnerstag, 07.06.2007

St. Petersburg erwartet die Weltwirtschafts-Elite

St. Petersburg. Am Samstag beginnt an der Newa das „XI. St. Petersburger Internationale Wirtschaftsforum“ (PEF). Im Unterschied zu früheren Jahren handelt es sich jetzt um eine hochkarätige Veranstaltung – eine Art G-200.


Als erste bekamen die Bewohner der Wassili-Insel mit, dass es sich bei der am Wochenende auf dem Messegelände Lenexpo ablaufenden Veranstaltung um etwas Größeres handelt: In den letzten Wochen wurden gleich mehrere Hauptstraßen auf der Insel gleichzeitig neu asphaltiert, was dazu führte, dass einige Bereiche der Wassili-Insel kaum noch erreichbar waren.

Auch jetzt noch wird auf dem Eiland im Newa-Delta gegärtnert, gefegt und gekehrt, als stünde irgendwo im Schwabenland der Besuch der Jury im Wettbewerb „Unser Dorf soll schöner werden!“ ins Haus. Zugunsten eines hübscheren Stadtbilds entschloss sich Stadtoberhaupt Valentina Matwijenko sogar zu einem offen wirtschaftsfeindlichen Akt: Kurzerhand wurden mehrere gigantische Werbetafeln auf dem Moskauer Prospekt, der Einfallsstraße vom Flughafen Pulkovo in die Stadt, demontiert.

200 Business-Jets fliegen nach Pulkovo ein



St. Petersburg wurde zum PEF - wie schon im letzten Jahr zum G8-Gipfel - erneut kräftig herausgeputzt (Foto: ld/rufo)
St. Petersburg wurde zum PEF - wie schon im letzten Jahr zum G8-Gipfel - erneut kräftig herausgeputzt (Foto: ld/rufo)
Dort werden in diesen Tagen im übrigen über 200 Charterflüge und Business-Jets der Forumsteilnehmer erwartet. Anders als beim Petersburger G-8-Gipfel im letzten Sommer wird der Airport diesmal aber den VIPs zuliebe nicht für den sonstigen Verkehr gesperrt. Dicke Staus werden allerdings bereits von den Flughafen-Zufahrten gemeldet: Die Miliz kontrolliert den Verkehr und hat die Parkplätze gesperrt.

In der Tat hat das diesjährige PEF nicht mehr viel mit jener trägen Konferenz gemein, die seit einem Jahrzehnt – just zur Zeit der für Dienstreisen besonders attraktiven Zeit der „Weißen Nächte“ im Taurischen Palast abgehalten wurde und von der vorallem Wirtschafts- und Bürokratievertreter aus den GUS-Staaten angelockt wurden. Großspurig nannte man das „das Davos des Ostens“.

Auf dem Messegelände  findet parallel eine Leistungsschau der russischen Regionen statt - hier noch stark im Aufbau begriffen (Foto: ld/rufo)
Auf dem Messegelände findet parallel eine Leistungsschau der russischen Regionen statt - hier noch stark im Aufbau begriffen (Foto: ld/rufo)
Inzwischen ist das PEF ins Messegelände Lenexpo umgezogen, läuft unter der Kuratel von Wirtschafts- und Handelsminister German Gref und hat - dank der zahlreichen dafür aquirierten Sponsoren aus der russischen Wirtschaft – ein stolzes Budget von 15 Millionen Dollar. Entsprechend professionell ist das Management und das Programm – und die Gästeliste: An die 6.000 Teilnehmer werden erwartet – darunter 200 der Top-Tausend der internationalen Manager-Elite, so Grefs Vize Kyrill Androssow.

Die heutigen Ölbarone der Welt geben sich ein Stelldichein



Vor allem die Energiebranche hat das Petersburger Forum auf Weltniveau gehoben: „Eine so repräsentative Auswahl der Führungskräfte von Öl- und Gaskonzernen hat in den letzten zehn Jahren kein einziges Wirtschaftsforum auf der Welt zusammengebracht“, bemerkte die Zeitung „Kommersant“ anerkennend.

Zu einem Runden Tisch – und wichtiger noch: zu einem anschließenden nichtöffentlichen Gespräch mit Wladimir Putin – versammeln sich am Samstag die CEOs und Presidents der ganz großen Konzerne der westlichen Ölbranche: Tony Hayward von BP, Jeroen van der Veer von Shell, Helge Lund von Statoil, Christophe de Margerie von Total, David O’Reilly von Chevron und James Mulva von ConocoPhillips.

Putin muss die Karten auf den Tisch legen – jene den Ölvorkommen



Bei Russland-Aktuell
• Boeing und Russland bändeln wieder miteinander an (07.06.2007)
• Gazprom-Chef Alexej Miller im Krankenhaus (06.06.2007)
• Deripaska kauft in St. Petersburg Bauland en gros (25.05.2007)
• Tallinn: Kein Treffen mit Gazprom-Mann Gerhard Schröder (08.05.2007)
• Rosneft nach Yukos-Auktion größter Ölkonzern Russlands (04.05.2007)
Dabei werden die Öl-Granden mit Sicherheit von Putin Klarheit über die zukünftigen Geschäftsbedingungen in Russland einfordern. Einerseits hat der Kreml deutlich gemacht, dass er die Ausbeutung der russischen Öl- und Gasfelder nur noch unter russischer Federführung toleriert. Andererseits ist Putin genauso wie Gazprom klar, dass man aus eigener Kraft heraus gar nicht zur Erschließung all jener Vorkommen in der Lage ist, die bei den gegenwärtigen Energiepreisen rentabel abgebaut werden könnten.

Doch seit dem mit ökologisch begründeten Vorwürfen betriebenen Entzug der Führungsrolle von Shell zugunsten von Gazprom beim Großprojekt Sachalin-2 sehen die Energieriesen neue Russland-Engagements deutlich kritischer als vorher.

Jede Menge Chefs von Weltkonzernen – außer Miller von Gazprom



Auf russischer Seite fehlt allerdings der wichtigste Vertreter der Branche: Gazprom-Chef Alexej Miller liegt mit schweren Nierenproblemen im Krankenhaus und muss seinen Auftritt in Petersburg ausfallen lassen – und das, obwohl Gazprom Hauptsponsor der ganzen Veranstaltung ist.

Da es auf dem PEF aber nicht nur um Öl und Gas geht, sondern auch um Investitionen und Geschäftsbedingungen in allen anderen Wirtschaftszweigen – und dies durchaus auch im über Russland hinausgehenden eurasischen Maßstab – werden auch jede Menge Chefs und Vize-Chefs westlicher Weltkonzerne anreisen: Die Redner- und Gästeliste nennt Unternehmen wie Nestle, Coca-Cola, PepsiCo, Hewlett Packard, Intel, Boeing, Deutsche Bank, Metro, Ernst&Young, PriceWaterhouseCoopers, Mittal Steel, Lloyd`s und andere großen Namen.

Deripaska und Gore als Co-Moderatoren



Scorpions und Gergijew im Rahmenprogramm
Für alle anderen, die sich gerade in St. Petersburg aufhalten und weder Präsident eines Staates oder eines Weltkonzerns noch für das Forum akkreditierte Journalisten noch russische Spitzenbeamte sind, haben die Organisatoren zumindest eine öffentliche Veranstaltung eingeplant: Am Freitag Abend treten zwischen 20.30 und 23 Uhr auf dem Schlossplatz die „Scorpions“ und Robin Gibb von den „Bee Gees“ auf. Begleitet werden sie dabei von niemand geringerem als dem Symphonieorchester des Mariinski-Theaters und dessen Weltklasse-Dirigenten Valeri Gergijew.
Ihnen stehen russische Wirtschaftslenker gegenüber, die in letzter Zeit auch immer wieder Schlagzeilen mit teils Milliarden-schweren Aufkäufen westlicher Unternehmensteile machten: Vorneweg Oleg Deripaska (BasEl, Magna, GAZ) und Viktor Wekselberg (Renova, Sual), aber auch die „kleineren Oligarchen“ Wladimir Jewtuschenko (AFK Sistema) oder Alexej Mordaschow (Severstal) vertreten Konzerne, die inzwischen Weltniveau erreicht haben.

Bei der Eröffnungsrunde am Samstag morgen tritt übrigens auch Ex-Kanzler Gerhard Schröder in seiner Neuen Rolle als Aufsichtsratsvorsitzender der Ostseepipeline-Gesellschaft Nord Stream auf.

Interessant und spannend dürfte auch eine Talk-Runde am frühen Sonntag Morgen werden (höchst unchristlich auch 8 Uhr angesetzt): Die Diskussion zum Thema Ökologische Unverantwortlichkeit und ökonomische Konsequenzen“ moderieren gemeinsam Russlands umtriebigster Oligarch Oleg Deripaska und der umweltbewegte Ex-US-Vizepräsident Al Gore.

Wladimir Putin hält übrigens parallel zum Forum noch ein inoffizielles GUS-Gipfeltreffen ab. Dazu haben sich – was gewisse Spannung verspricht – auch die Präsidenten der Ukraine und Georgiens, Viktor Juschtschenko und Michail Saakaschwili angesagt.

Wenn danach alle Teilnehmer zufrieden nach Hause gehen, wird sich das Schweizer „Global Village“ Davos mit seinem Weltwirtschaftsforum in Zukunft vielleicht den Beinamen „St. Petersburg der Alpen“ zulegen – wer weiß ...

(Lothar Deeg, rufo/St.Petersburg)


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Die zwei Türme: Die goldene Kuppel der Isaaks-Kathedrale und die Nadel der Admiralität markieren weithin sichtbar das Petersburger Stadtzentrum. (foto: ld/rufo)

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