 |
|
| Rappelvolles Stadion trotz Auswärtsspiel: Zenit-Fans feiern den Sieg (Foto: livejournal.com) | |
Montag, 12.11.2007
St. Petersburg feiert: Zenit – Champion!
St. Petersburg. Piters Fußballfans sind völlig aus dem Häuschen: Ihr lokaler Club Zenit hat den alten Schlachtruf „Zenit – Champion!“ endlich in die Wahrheit umgesetzt – und die russische Meisterschaft gewonnen.
|
|
Mit einem 1:0-Auswärtssieg gegen Saturn in Ramenskoje sicherte sich das Team des holländischen Trainers Dick Advocaat mit zwei Punkten Vorsprung am Sonntag den Sieg vor Spartak aus Moskau.
|
Damit wurde nicht nur die schon als Grundregel im russischen Fußball geltende Vorherrschaft des halben Dutzend Moskauer Top-Vereine gebrochen, auch der seit einigen Jahren zu beobachtende Aufstieg von "Zenit" aus dem ewigen Mittelfeld fand einen krönenden Abschluss. In St. Petersburg hatte man das letzte Mal einen Titelgewinn 1984 feiern können, als die Stadt noch Leningrad hieß und Zenit sowjetischer Meister wurde.
|
Der Pokal schwankte in letzter Minute nochmal bedenklich Das Siegtor schoss der tschechische Legionär Radel Schirl bereits in der 15. Minute – wobei ihm ein Abpraller vom Rücken eines Saturn-Spilers zu Hilfe kam. Die Zenit-Fans im Ramenskojer Stadion und an den Fernsehern waren jedoch kurz vor dem Abpfiff dem Herzinfarkt nahe, als Saturn noch einmal das Heft zu wenden schien: Erst rettete Zenits Goalkeeper Malafejew in höchster Not, dann putzte Lomberts mit dem Kopf den Ball noch einmal von der Torlinie.
|
Denn ein Unentschieden hätte nicht gereicht, um gegenüber dem Verfolger Spartak in der Tabelle am letzten Spieltag die Oberhand zu behalten, da auch dieser sich einen 2:1-Sieg gegen Dynamo Moskau holte. Doch so können sich die Zenit-Fans im Nachhinein sicher sein, dass ihr Triumph knapp, aber ehrlichverdient war.
|
Gazprom verspricht Petersburg neue Fußball-Triumphe In St. Petersburg erwarteten am und im Petrowski-Stadion zehntausende Fans ihre Mannschaft und den eroberten Glaspokal zu einer Siegesfeier. Daran nahmen auch Gazprom-Chef Alexej Millerals Hauptsponsor des Clubs und eine strahlende Gouverneurin Valentina Matwijenko teil. Geplant war das Fest schon lange vorher – einen Spitzenplatz nach einer herausragenden Saison hatte Zenit ja sicher.
|
Miller wie auch Clubchef Sergej Fursenko (im Zivilberuf Chef einer Gazprom-Tochter) versprachen den Fans nun das Hellblaue vom Himmel: Petersburg sei nun auch die Fußballhauptstadt Russlands, werde den Pokal nicht mehr hergeben und in Zukunft auch in den europäischen Spitzenwettbewerben seine Gegner das Fürchten lehren. Bleibt abzuwarten, was dran ist – doch immerhin hatten die Gazprom-Mannen vor zwei Jahren bei der Übernahme des Clubs den Petersburgern auch eine baldige Meisterschaft versprochen.
|
Ein bisschen Brasilien auf dem Newski Prospekt Petersburg stand unterdessen an diesem nasskalten November-Abend Kopf: Hunderte Fans hatten ihr Team bereits am Flughafen Pulkovo und dann am Platz des Sieges am Stadtrand begrüßt. Bei der Fahrt zum Stadion wurde der Mannschaftsbus von einem riesigen Autokorso begleitet. Die sonst so strenge Verkehrspolizei drückte alle Augen zu, als massenweise Autos mit heraushängenden Personen und Fahnenstangen hupend durch die Stadt rollten.
|
Und noch bis tief in die Nacht hinein waren überall in der Stadt singend und nicht mehr besonders nüchtern nach Hause ziehende Zenit-Fans zu hören.
(ld/rufo/St.Petersburg)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>