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Zu teuer und zu unsicher: Keine Touristenschlangen mehr in Petersburg. (Foto: fontanka.ru)
Zu teuer und zu unsicher: Keine Touristenschlangen mehr in Petersburg. (Foto: fontanka.ru)
Dienstag, 11.10.2005

St. Petersburg laufen die Touristen weg

St. Petersburg. 19 Prozent weniger ausländische Besucher als im Vorjahr fanden in der Hochsaison 2005 den Weg in die nördliche Hauptstadt Russlands. Die Gründe sind zu teure Hotels und die zu hohe Kriminalität.


Von Mai bis September dieses Jahres hatte St. Petersburg ganze 1,5 Millionen ausländische Touristen zu verzeichnen - allem Anschein nach ist der nach den pompösen Feiern zum 300. Gründungsjubiläum für 2004 erwartete Aufschwung bei den Gästezahlen also ausgeblieben. Zwar ist eine solche negative Tendenz im ganzen Land zu verzeichnen, doch St. Petersburg schafft sich seine Probleme zum Teil selbst.

Mittelklassehotels sind zu teuer

Jahrelang war Petersburgs größtes Problem der Mangel an Hotelbetten. Damit sieht es inzwischen wesentlich besser aus, doch nun liegt die Crux in den hohen Preisen, die selbst Drei-Sterne-Hotels für ihre Zimmer verlangen. Es herrscht ein eklatanter Mangel an Betten in der Preislage bis zu 80 US-Dollar.

Experten sind jedoch der Meinung, dass die Überteuerung in den nächsten Jahren von selbst verschwinden wird. Sergej Kornejew, Leiter des Regionalen Rates des Russischen Verbands der Tourismusindustrie, sieht im zurzeit herrschenden Bauboom auf dem Hotelsektor die Garantie für einen bald einsetzenden Konkurrenzkampf und damit eine mittelfristig beginnende vernünftige Preisregulierung.

Mit den heutigen Preisen kann St. Petersburg der Konkurrenz anderer europäischer Touristik-Zentren wie etwa Prag, London oder Paris nicht standhalten. Dabei belegen Umfragen, dass die Newa-Metropole ein Riesenpotential hat. Laut Kornejew gehört Petersburg zu den fünf beliebtesten Reisezielen in Europa. Nur: Nicht jeder, der Petersburg sehen will, kann es sich auch leisten.

Ein Gefühl von Sicherheit


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Neben den Preisen schreckt auch das notorische Sicherheitsproblem den potentiellen Petersburg-Besucher ab. Ob auf dem Schloss-Platz, am Newski oder in der Metro – überall lauern Taschendiebe auf Beute. Bezeichnend in dieser Hinsicht ist ein Leserbrief, der im Sommer bei der „St. Petersburgischen Zeitung“ einging. Darin teilte ein Leser mit, dass allein aus seiner 27-köpfigen Gruppe sechs in der Metro komplett ausgeraubt wurden. Von einer anderen Gruppe, die im selben Hotel abgestiegen war, hatte er gehört, dass 19 Leuten die Wertsachen abhanden gekommen waren.

Dabei ist die Stadt nicht untätig, um mit diesem „Ärgernis“ fertig zu werden. An den am meisten gefährdeten Orten sind verstärkt Patrouillen der Miliz unterwegs. Junge Milizionäre bekommen Fremdsprachenunterricht, damit sie im Einsatz auf der Straße flexibler und effizienter sind.

Die neueste Idee der Stadtregierung nennt sich „Touristen-Polizei“. Laut Alexander Prochorenko, dem Vorsitzenden des Komitees für Außenbeziehungen und Tourismus, sollen die Mitarbeiter dieser Miliz „bei den Touristen ein Gefühl der Sicherheit hervorrufen“. Fragt sich nur, ob ein Gefühl allein auch für mehr echte Sicherheit sorgen kann.

Der Smolny träumt dennoch rosige Träume

Ungeachtet der widrigen Umstände will der Smolny laut der Internet-Zeitung „fontanka.ru“ bis 2010 fünf Millionen ausländische Touristen pro Jahr nach Petersburg locken - mindestens. Prochorenko ist gar der Überzeugung, dass es unter guten Vorzeichen bis zu acht Millionen werden könnten.

Möglich machen soll dies ein neues Programm zur Entwicklung des Tourismussektors, das von 2006 bis 2010 realisiert werden soll und mit einer Milliarde Rubel (ca. 29 Millionen Euro) ausgestattet ist. Die Vektoren sind die altbekannten: Regulierung der Preispolitik in der Tourismusindustrie, mehr Hotels und stärkere Kontrolle der Sicherheit der Gäste auf Petersburgs Straßen.

Zur Umsetzung dieses Plans, der in Kürze verabschiedet werden soll, wird der Tourismus von nun an nicht mehr Teil des Komitees für Außenbeziehungen sein, sondern in das Komitee für Investitionen und strategische Projekte wechseln. Ob dieser „Umzug“ der Sache einen qualitativen Schub versetzt, wird die Zukunft zeigen.

(-sb/.rufo)


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