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| Formatsprengend: Der Kongresshallen-Entwurf von Ricardo Bofill soll realisiert werden (Foto: fontanka.ru) | |
Montag, 08.10.2007
Strelna: Bofill Sieger bei Architekten-Wettbewerb
St. Petersburg. Der Kreml hat das Geheimnis gelüftet, wie jenes moderne Kongress-Zentrum aussehen soll, das man neben dem G8-„Kongresspalast“ in Strelna bauen möchte. Der Spanier Ricardo Bofill bekam den Zuschlag.
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Die riesige Kongresshalle wurde auf den Namen „Swjosdny put“ (Weg der Sterne) getauft. Für 350 Mio. Dollar soll sie rechts neben dem Konstantins-Palast im Petersburger Vorort Strelna errichtet werden. Das dortige Zarenschloss war zum Stadtjubiläum 2003 im Expresstempo saniert und als Ort für Empfänge und Gipfelkonferenzen hergerichtet worden. Untere anderem fand dort 2006 der G8-Gipfel statt.
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Geheimniskrämerei mit Stararchitekten
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| Direkt neben dem Schloss von Strelna soll die neue Halle einstehen. (Foto: ld/rufo) |
Von den Plänen des Kreml, neben dem der Präsidentenverwaltung gehörenden Schloss auch noch ein modernes Kongresszentrum zu bauen, war schon länger gesprochen worden. Allerdings war es der Öffentlichkeit bis Sonntag verborgen geblieben, dass dafür bereits ein Planungswettbewerb unter einigen internationalen Stararchitekten ausgeschrieben worden war.
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Bekannt gemacht hatte man hingegen einen Wettbewerb unter russischen Büros, bei dem letztlich aber kein erster Preis vergeben wurde – und die Jury auch nicht die Namen der Architekten, sondern nur die Chiffrenummern ihrer anonym eingereichten Entwürfe bekannt gab.
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Geburtstagskind Putin blieb aus
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Vor der am Konstantinspalast versammelten VIP-Prominenz vom Metropoliten bis zum Modeschöpfer wurde dann am Sonntag der Vorhang gezogen. Heraus kam nicht etwa Wladimir Putin, der an diesem Tag seinen 55. Geburtstag feierte und insgeheim doch noch in seiner Heimatstadt erwartet worden war. Sondern sechs Entwürfe europäischer Stararchitekten, die der Kreml in aller Heimlichkeit um ihre Vorschläge für das Großprojekt gebeten hatte.
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Gegenüber Mario Botta (Schweiz), Wolf Prix (Österreich), Massimiliano Fuksas (Italien), Jean Nouvel (Frankreich) und Erik van Egeraat (Niederlande) setzte sich dabei Ricardo Bofill aus Barcelona durch. Sein Entwurf einer großen gläsernen Halle nimmt äußerlich die Formen eines klassizistischen Theaterbaus auf.
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Das Werk des zu monumentalen, kubischen Formen neigenden Katalanen sprach die russische Jury offenbar mehr an als die eher elegant und leicht gezeichneten Projekte seiner Konkurrenten.
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Strelna II: Diesmal bekommt das Business seinen Anteil
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Anders als beim Konstantins-Palast wird die Kreml-Liegenschaftsverwaltung bei dem neuen Großprojekt in Strelna nicht als Bauherr, sondern nur als ein Beteiligter in einem Investorenkreis auftreten. Und während das russische Big Business die Wiederherrichtung des Schlosses seinerzeit mit Spenden gewährleisten durfte/musste, bleiben die Geldgeber diesmal Miteigentümer der Kongresshalle.
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Der Kreml stellt lediglich den Baugrund zur Verfügung, während der Ölkonzern Kukoil, das Nowolipezker Metallkombinat NLMK und drei Banken, die Gasprombank, Rossija und die Wneschtorgbank, gemeinsam das Bauwerk finanzieren.
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Ein gigantisches Tagungszentrum
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Wie Wladimir Koschin, der oberste Hausverwalter des Kremls, erklärte, soll die Halle einerseits Platz für Veranstaltungen mit 2.500 Teilnehmern bieten - also Kongresse, Parteitage, Foren und ähnliches. Daneben gibt es einen „kleinen Saal“ für 700 Gäste, Ausstellungsflächen und jede Menge Räumlichkeiten für direkte Gespräche. Außerdem sei ein “Eis-Theater“ in dem Bau vorgesehen, der 2011 vollendet sein soll.
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Die Verkehrsanbindung an die Stadt soll einerseits über die geplante Linie einer leichten oberirdischen Metro gewährleistet werden, andererseits können bei Großveranstaltungen im Sommerhalbjahr auch Tragflügelboote zwischen Strelna und St. Petersburg pendeln.
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(ld/rufo/St.Petersburg)
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