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| Russische Marineoffiziere beobachten die Darbietungen auf der Newa. (foto: eva/.rufo) | |
Montag, 01.08.2005
Tag der Flotte: Wasserzirkus im Nieselregen
St. Petersburg: Der Tag der Flotte ging patriotisch und pompös über die Bühne, aber leider spielte das Wetter während des Hauptspektakels nicht richtig mit. Und wegen eines Unfalls war das Flaggschiff nicht dabei.
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Bereits ab Freitag hatte sich das Newabecken im Bereich der Leutnant-Schmidt-Brücke in einen kleinen Kriegshafen verwandelt – aber mit Kriegsschiffen unterschiedlicher Generationen. Obwohl die Baltische Flotte mit zehn beeindruckenden Kampfschiffen - vom Hoovercraft bis zum Raketenträger - aufgefahren war, wurde ihnen die Show eindeutig vom italienischen Segelschulschiff „Amerigo Vespucci“ gestohlen.
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Die edle schwarzweiß gestreifte Dreimastbark mit einer stolzen Länge von 100 Metern und rund 450 Besatzungsmitgliedern stattete Petersburg zu diesem Festtag einen Besuch ab. Wie die deutsche „Gorch Fock“ dient die „Amerigo Vespucci“ mit Heimathafen Livorno angehenden Marineoffizieren als Ausbildungsschiff und ist gern gesehener Gast bei Windjammerparaden weltweit.
„Urra!“ von allen Schiffen
Als am Sonntagmorgen die Flottenparade im strömenden Regen begannen, harrten die italienischen Matrosen tapfer in den Wanten aus, bis der russische Kommandant und seine Gäste mit einer weißen Militäryacht vor der Reede auffuhren, wo ihm von allen Schiffen ein lautes „Urrah!“ entgegengebrüllt wurde.
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| Trotz Regen sahen tausende Petersburger unter dem Regenschirm der Marine-Show zu. (foto: eva/.rufo) | |
Leider wechselte das Wetter bis zum Nachmittag immer wieder zwischen feucht bis nass, aber dennoch hielten tausende Zuschauer am Newa-Ufer aus. Die Parade war mehr ein statisches Spektakel, denn von anwesenden Kriegsschiffen bewegte sich während der Feier keines von der Stelle. Hingegen führten die Flotte und ihre ausländischen Gäste vor der Tribühne bei der Admiralität und auf der Höhe der Peter- und Paulsfestung eine Reihe militärisch-sportlicher Darbietungen auf.
Halsbrecherische Wassersportnummern
Begleitet von lauter Chor- und Militärmusik sowie Gedichten und Lobeshymnen zu Ehren der Flotte wurden die Nummern durchgespielt. Neben Wasserskifahrern und Rennbooten, die in rasendem Tempo die Newa durchschnitten, führte eine amphibische Spezialtruppe der Marine einen fiktiven Angriff mit Schnellbooten im künstlichen Nebel vor. Da die Ausbreitung der Nebelwand aber nur begrenzt zu steuern war, nahmen die meisten Zuschauer einige Minuten nichts außer muffigem, farbigem Rauch und Gewehr- und Kanonenschüsse wahr.
Munitionsunfall auf dem Flaggschiff
Die teilweise waghalsigen Vorführungen, die stets von einem wild herumjagenden Motorboot mit Piratenflagge begleitet wurden, verliefen ohne Zwischenfälle. Bei der Hauptprobe am Samstag hatte sich jedoch auf dem Flaggschiff der Schiffsformation, dem Zerstörer „Der Unbezwingbare“ ein Unfall mit Übungsmunition ereignet. Aus diesem Grund wurde das Schiff frühzeitig zur Abklärung der Ursache und für die Reparaturarbeiten aus der Newa abgezogen und nahm nicht am Festakt teil.
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Traditionsgemäß zogen während des ganzen Wochenendes hunderte von aktiven oder ehemaligen Marinesoldaten in ihren weißblau gestreiften „Telnjaschki“-Hemden und Matrosenmützen durch die Stadt, begrüßten lautstark ihre Kameraden und tranken reichlich auf das Wohl der Flotte – zumal bis zum abendlichen Feuerwerk noch viel Zeit zu verbringen war.
(eva/.rufo)
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