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Die Bombe riss ein dickes Loch in Lenins Hinterteil. (Foto: fontanka.ru)
Die Bombe riss ein dickes Loch in Lenins Hinterteil. (Foto: fontanka.ru)
Mittwoch, 01.04.2009

Terroristen sprengen Lenin ein Loch ins Hinterteil

St. Petersburg. Am 1. April zeigen in St. Petersburg einige Zeitgenossen einen ziemlich üblen Humor: Im Morgengrauen ist das Lenindenkmal vor dem Finnländischen Bahnhof durch einen Sprengsatz beschädigt worden.

Die unter Denkmalschutz stehende Statue des Proletarier-Führers und Gründers der UdSSR hat seit heute Morgen um kurz vor halb fünf buchstäblich ein Loch im Hintern. Die mit etwa 400 Gramm Sprengstoff versehene selbst gebastelte Bombe riss eine ca. ein Meter mal 80 Zentimeter große Öffnung in die Bronzefigur auf dem Platz vor dem Finnländischen Bahnhof.

Der Sprengsatz war zwischen den Beinen der Statue angebracht worden. Bei der Explosion gingen zudem acht der zehn um das Denkmal aufgestellten Straßenlaternen zu Bruch. Sonst kam bei dem „Attentat“ zum Glück niemand zu Schaden.

Ein Terrorakt gegen die Kommunisten?

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• Maniküre für Arbeiterdenkmal in Wladimir (06.08.2008)
• Gorbatschow für Lenin-Begräbnis und Gedenkstätte (04.06.2008)
• Verlegung des Bronzenen Soldaten kostet 450 Mio. Euro (29.04.2008)
• Tadschikistan reißt letztes Lenin-Denkmal ab (11.01.2008)
Die Miliz spricht nach der Untersuchung von „Dilettanten, die kein konkretes Ziel hatten, wie etwa die Figur vom Sockel zu stoßen“, schreibt die Internetzeitung Fontanka.ru. Mitarbeiter des Denkmalschutzamtes versuchen inzwischen, den entstandenen Schaden einzuschätzen. Immerhin steht das 1926 errichtete Monument unter föderalem Denkmalschutz.

Wladimir Dmitrijew, Abgeordneter der Kommunisten in der Gesetzgebenden Versammlung, schätzt den Anschlag als „gegen die kommunistische Partei gerichteten Terrorakt“ und als einen „Angriff auf unsere Geschichte und auf das Gedächtnis eines Großteils der Leningrader“ ein.

Rede auf einem Panzerwagen

Kleiner Exkurs in die Vergangenheit: Das Lenindenkmal auf dem gleichnamigen Platz vor dem Finnländischen Bahnhof gehört zu den ersten Werken der sowjetischen Monumentalplastik und zu den besten Darstellungen des Anführers der Oktoberrevolution von 1917.

Dargestellt ist die Szene der Rückkehr von Wladimir Uljanow (Lenin) aus dem finnischen Exil im April 1917. Damals stellte er sich auf einen Panzerwagen und hielt eine Rede, in der er die sozialistische Revolution forderte. Es dauerte von da an nur noch ein gutes halbes Jahr, bis diese mit der Erstürmung des Winterpalastes begann.



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