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| Rossis Meisterwerk an der Newa braucht eine schonende Behandlung. Foto: ld/.rufo | |
Freitag, 18.08.2006
Verfassungsgericht: Rossis Meisterwerk in Gefahr
St. Petersburg. An der Newa reift ein neuer Architekturskandal heran. Der Entwurf zum Umbau des Gebäudes von Senat und Synode für das Verfassungsgericht sieht radikale Eingriffe in die historische Bausubstanz vor.
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Einem Bericht der Tageszeitung „Kommersant“ zufolge, hat die Präsidialverwaltung als Auftraggeber für die Rekonstruktion des Gebäudekomplexes am Dekabristenplatz ein Architekturbüro mit dem Entwurf betraut, das sich nur mit dem Bau von Zollgebäuden befasst.
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Dementsprechend unbewandert ist das „Architektur-Atelier von S. Bobylew“ auf dem Gebiet der Rekonstruktion von Architekturdenkmälern, zu denen Carlo Rossis lupenreines Beispiel für den vollendeten Klassizismus zweifellos zählt: Es steht unter strengstem Denkmalschutz.
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Ein Sitzungssaal auf Stelzen
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Einige Details des nun vorgelegten Entwurfs werden auf harte Kritik stoßen, so etwa ein achtkantiges Glastürmchen über der abgerundeten Eckfassade. Ein im Innenhof geplanter Neubau des Sitzungssaals für das Verfassungsgericht wird zwar von außen nicht zu sehen sein, zerstört aber die historische Bausubstanz.
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Die hohen Richter haben anscheinend keinen der vielen existierenden Sitzungssäle in dem alten Gemäuer, in dem bis 1917 immerhin die höchste Regierungsinstanz des Zarenreiches untergebracht war, für gut genug befunden. Also soll ein moderner Raum her, der sich auf Stelzen in Höhe des zweiten Stockwerks des altehrwürdigen Gebäudes erheben soll.
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Am 13. September kommt die Wahrheit ans Licht
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Dass die Verfassungsrichter das Fehlen einer Sauna und eines Fitnessraums bemängeln, ist da nur noch eine Nebensache. Ihre Einrichtung wird der historischen Bausubstanz des Rossi-Gebäudes kaum großen Schaden zufügen.
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Der Entwurf ist der Öffentlichkeit zwar zugänglich, aber kaum jemand wird den Weg in das Vestibül der Verwaltung des Admiralitäts-Stadtbezirks finden, wo man, so will es scheinen, das umstrittene Projekt „versteckt“ hat.
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Am 13. September wird der Entwurf öffentlich debattiert. Spätestens dann werden die Denkmalschützer aufschreien. Dann muss sich die Präsidialverwaltung der unangenehmen Frage stellen, warum sie keinen Wettbewerb ausgeschrieben und das Projekt an eine Firma vergeben hat, die sonst nur moderne funktionale Bauten entwirft.
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Der eh stark umstrittene Umzug des Verfassungsgerichts nach St. Petersburg bekommt damit einen weiteren Schlag versetzt.
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(sb/.rufo)
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