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| Die Eisbären im Petersburger Zoo müssen weiter auf ihren Umzug warten (Foto: www.fontanka.ru) | |
Mittwoch, 28.09.2005
Vorläufig kein neuer Zoo für St. Petersburg
St. Petersburg. Im Streit um den Bau eines neuen Tierparks setzte die Stadtregierung am Dienstag einen vorläufigen Punkt. Solange das nötige Geld fehlt, bleibt im Petersburger Zoowesen (fast) alles beim Alten.
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Zur Erinnerung: Noch unter Gouverneurin Valentina Matwijenkos Amtsvorgänger Wladimir Jakowlew war ein grandioser Plan geboren worden, im Primorski-Stadtbezirk am Finnischen Meerbusen einen supermodernen Tierpark zu errichten. Für den alten, traditionsreichen Zoo hinter der Peter-Paul-Festung (der übrigens kürzlich seinen 140. Geburtstag feierte) hätte dies das Ende bedeutet. Das dadurch frei werdende, attraktive Bauland im Stadtzentrum verhieß große Dividende.
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Um dieses Megaprojekt war daraufhin ein Streit entbrannt, dem zuerst der langjährige und international anerkannte Zoodirektor Iwan Kornejew zum Opfer fiel und der in der Folge zu einer schier endlosen Rotation auf dem Chefsessel des Tierparks führte. Der Nervenkrieg um die Macht über die Tiere eskalierte in Hungerstreiks der Mitarbeiter und einem Massensterben unter mehreren Vogelarten.
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Einen neuen Zoo gibt es, „wenn wir reich sind“
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Die Idee eines neuen, modernsten Ansprüchen genügenden Zoos gefällt auch Frau Matwijenko. Sie gab auf einer Sitzung der Stadtregierung am Dienstag jedoch offen zu, dass die Stadt kein Geld für solch ein ambitiöses Projekt habe. Der Bau eines neuen Tierparks beginne in dem Moment, „wenn wir reich sind“, sagte das Stadtoberhaupt. Solange das nicht der Fall sei, solle das alte Territorium in Ordnung gebracht werden.
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Dafür sollen ab 2006 jährlich 100 Millionen Rubel (ca. 2,9 Millionen Euro) in die Erneuerung der Anlagen am Kronwerkski Prospekt fließen. Neue Volieren sollen entstehen und alte renoviert werden; die technische Ausrüstung wird erneuert; neue Wege werden angelegt, und „in jeder Ecke entsteht ein besonderes ästhetisches Mikroklima“. So steht es zumindest in der gerade verabschiedeten Entwicklungs-Konzeption.
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Kleintier macht genug Mist
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Eine Auffrischung ist tatsächlich dringend nötig, denn der „Leningrader Zoo“, wie er offiziell immer noch heißt, ist in einem beklagenswerten Zustand. Die Käfige und Auslaufanlagen für die Tiere sind zumeist völlig überaltet und viel zu klein. In Perspektive soll dann auch der größte Teil der Tiere auf das neue Territorium wechseln. Wann das allerdings geschehen kann, steht, wie gesagt, in den Sternen.
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Die logische Konsequenz – in den nächsten Jahren werden keine neuen Großtierarten dazukommen, und die vorhandenen werden nicht ausgeweitet. Der alte Traum der Leningrader/Petersburger, wieder einen Elefanten in ihren Zoo zu bekommen, muss also auf unbestimmte Zeit verschoben werden. Der Zoo setzt kurz- und mittelfristig auf kleinere Tierarten, die sich auch in beengten Verhältnissen einigermaßen wohl fühlen können.
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(sb/.rufo)
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