Schneeberge auf dem Gribojedow-Kanal - dieser Winter machts möglich! (Foto: mr7.ru)
Freitag, 08.01.2010
Wohin mit dem vielen Schnee? Ab in die Newa!
St. Petersburg. Die Petersburger Kommunaldienste werden mit dem vielen Schnee nicht fertig. Statt ihn vor die Stadt abzutransportieren, kommt es schon mal vor, dass die Räumfahrzeuge die lästige Last in den vielen Wasserläufen entsorgen.
Obwohl aus der Stadtverwaltung verlautet, das seien „Einzelfälle“, haben aufmerksame Petersburger gleich an mehreren Stellen Schneeberge auf den zugefrorenen Petersburger Flüssen und Kanälen entdeckt.
So karrte ein Bulldozer am 3. Januar massenhaft Schnee von der Oktober-Uferstraße auf das Eis der Newa. Vor der berühmten Blutskirche türmt sich ein Riesenhaufen mitten auf dem Gribojedow-Kanal, erstarrt zu einer mächtigen „Welle“, die sogar über die Uferbegrenzung hinausragt.
Leser des Internetstadtportals MR7.ru haben auch auf der Fontanka, der Moika und dem Winterkanal Schneeablagerungen entdeckt. Der Obwodny-Kanal dient in seinem westlichen Abschnitt regelrecht als Schneekippe.
Dabei ist es eigentlich streng verboten, die Wasserläufe als Schneehalden zu benutzen, denn der Schnee enthält Streusalz, das als Taumittel eingesetzt wird. Wenn Tauwetter einsetzt, gelangt das ins Wasser und verschmutzt es.
In Petersburg gibt es inzwischen 33 „Schneesammel- stellen“ in und 18 außerhalb der Stadt, wo die Räumfahrzeuge ihre „Fracht“ offiziell abliefern müssen. Bei der jetzt anfallenden Menge des weißen Niederschlags und der Arbeitsaus- lastung der Räumdienste wundert es allerdings nicht, dass sie hier und da den kürzeren Weg „ins Wasser“ nehmen.
Die zwei Türme: Die goldene Kuppel der Isaaks-Kathedrale und die Nadel der Admiralität markieren weithin sichtbar das Petersburger Stadtzentrum. (foto: ld/rufo)