Montag, 08.04.2013

Zenit-Stadion eröffnet 2015 – 6 Jahre später als geplant

Es dauert lang, aber es wird irgendwann fertig - das neue Fußballstadion in St. Petersburg. (Foto: Delowoi Peterburg)
St. Petersburg. Jetzt ist es amtlich: Das neue Stadion für den FC Zenit und die WM-2018 wird am 15. Dezember 2015 eingeweiht. Der Langzeitbau läuft – ähnlich wie die Arbeiten am neuen Berliner Flughafen – seit 2006.
Den 15. Dezember 2015 als Eröffnungstermin nannte unlängst Petersburgs Gouverneur Georgi Poltawtschenko. Die beim Bau auf der Krestowki-Insel involvierten Unternehmen halten das Datum für „mehr als realistisch“, schreibt am Montag das Stadtinternetportal Fontanka.ru.

Wahrscheinlich ist man im Smolny durch Schaden endlich klug geworden und hat die Inbetriebnahme so weit in die Zukunft gelegt, dass nun wirklich nichts mehr schiefgehen kann. Die verbleibenden zwei Jahre und acht Monate müssten tatsächlich ausreichen, um das traurige Kapitel „Stadionbau für Zenit“ endlich zu Ende zu bringen.

WM-Vergabe mit Schuld an Verzögerung


Zur Erinnerung: ursprünglich sollte das Stadion, in dem unter anderem eins der Halbfinals der Fußballmeisterschaft 2018 stattfinden wird, zu Saisonbeginn 2009 fertig sein. Dass daraus nichts wurde, liegt auch an der Vergabe der WM nach Russland.

Als sich Russland für die Austragung der Fußball-Weltmeisterschaft 2018 bewarb, wurde klar, dass am Petersburger Stadionbau grundlegende Änderungen vorgenommen werden mussten, um den Auflagen der FIFA gerecht zu werden. Unter anderem wurde die Zuschauerzahl von gut 62.000 auf 68.000 erhöht.

Eins der teuersten Stadien der Welt


Ursprünglich sollte das „Raumschiff“ des japanischen Architekten Kisho Kurokawa nur 225 Millionen Dollar kosten, zwischenzeitlich waren die Kosten dann auf über eine Milliarde Euro angewachsen, jetzt ist von „endgültigen“ 34 Milliarden Rubeln (850 Millionen Euro) die Rede – damit wird die Gazprom-Arena (wenn sie denn so heißen wird) zu einem der teuersten Stadien der Welt.

Die Inbetriebnahme wurde mehrmals verschoben. Lange war von 2012 die Rede gewesen, doch auch das erwies sich als unrealistisch. Überprüfungen des Rechnungshofes ergaben zudem eklatante Unregelmäßigkeiten bei der Finanzierung.

In Petersburg gilt die Arena auf der Kreuz-Insel inzwischen als ein weiteres Milliardengrab. Im Unterschied zum zu zweifelhafter Berühmtheit gelangten „Bauloch am Moskauer Bahnhof“ ist aber damit zu rechnen, dass der Langzeitbau irgendwann zu einem erfolgreichen Abschluss kommt.

Spätestens zum Confed-Cup 2017 sollte das Stadion bespielbar sein.