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Donnerstag, 19.01.2006
Zum Schwitzbad in den Eispalast von St. Petersburg
St. Petersburg. Auf dem Schlossplatz wird eifrig gesägt und geschliffen – Eisblöcke von jeweils 120 Kilo Gewicht werden zu einer Kopie des berühmten Eishauses von 1740 geformt. Eis-Architektur - passend zum Rekord-Frost.
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Die Aktion beginnt zur rechten Zeit, denn in Petersburg ist der eiskalte Winter eingezogen. 15 Eisbaumeister aus dem gesamten Nordwesten Russlands sind seit gestern dabei, das 1740 unter Kaiserin Anna errichtete Eishaus nachzubauen.
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Es soll am 6. Februar fertig sein, wenn sich auf den Tag genau zum 266. Mal die Hochzeit des Hofnarren und Fürsten Michail Golizyn und der Kalmückin Awdotja Busheninowna jährt. Die vergnügungssüchtige Anna hatte das Haus gerade zu diesem Anlas errichten lassen und ihre Untergebenen gezwungen, dort ihre Hochzeitsnacht zu verbringen.
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Badefreuden in eiskalten Mauern
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Damals stand das im Barockstil gehaltene Gebilde aus gefrorenem Wasser allerdings nicht auf dem Schlossplatz, sondern direkt auf der zugefrorenen Newa. Schon längst hält das Eis auf dem Fluss nicht mehr solchen Prüfungen stand, weshalb die Nachbildung auf sicherem und festem Grund entsteht.
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Die heutigen Baumeister wollen sich mit einer simplen Kopie nicht zufrieden geben. Außer dem Eishaus planen sie unter anderem ein russisches Dampfbad, in dem tatsächlich und nach allen Regeln der russischen Banja-Kunst geschwitzt werden darf.
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Der kleine Eispalast soll zum Vergnügen der Petersburger mindestens bis zum 10. März stehen. Das Original hielt 1740 gar bis in den April hinein. Das wird heute kaum möglich sein – auch wenn es in den nächsten Wochen eiskalt bleibt, lässt das nächste Tauwetter sicher nicht allzu lange auf sich warten.
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(-sb/.rufo)
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