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| Madonnas sprachliche Freiheiten sorgen in Petersburg für Wirbel. (Foto: Moi Rajon) | |
Donnerstag, 02.07.2009
„Supergeil!“ – Madonna soll Schmerzensgeld zahlen
St. Petersburg. Sie hat es nicht böse gemeint, die Madonna, als sie ihrem Werbeclip für das Petersburger Konzert ein saftiges russisches Schimpfwort beifügte. Möglicherweise könnte sie das aber teuer zu stehen kommen.
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Der Audioclip beginnt mit dem durchaus üblichen, aber leider weit unter der Gürtellinie angesiedelten Ausruf „Ochujenno!“. Damit wird im (für seine überaus fantasiereiche „nichtnormative Lexik“ bekannten) Russischen emotional ausgedrückt, wenn etwas „super-, affengeil“ oder sonst wie hervorragend und ausgezeichnet ist.
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Kurzum: Es ist ein Ausruf der höchsten Begeisterung, aber leider so gar nicht salonfähig. Damit leitet Madonna eine kurze Werbung für ihr anstehendes Konzert ein. Weiter geht’s dann im Text auch fein gesittet: „Ochujenno! Hello, this is Madonna. I hope to see you August 2 on the Palace Square in St. Petersburg. Don`t miss it.”
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Madonnas leicht fehl geleitete Vorfreude
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• Madonnas Audioclip
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Dieser Kurzclip sollte im Radiosender „Europa plus“ Werbung für Madonnas Auftritt am 2. August auf dem Schlossplatz machen. Der Veranstalter des Events hatte die Popdiva selbst aufgefordert, eine kurze Ansprache aufzunehmen und nach Russland zu schicken.
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Dass Madonna dabei sprachlich über die Stränge schlagen würde, kam ganz unerwartet. Obwohl bekannt für ihre lockere Art, war der Ausflug in die Welt des „Mat“ (Mutterfluch) wohl keine böse Absicht, sondern eher ein Mittel, der großen Freude vor dem Treffen mit den Petersburger Fans Ausdruck zu verleihen.
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Eine tiefe Beleidigung für die Kulturhauptstadt Russlands
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So sehen es jedenfalls die Macher des Konzerts und die Radioleute. Klar, das Wörtchen am Anfang der kurzen Rede musste weggeschnitten werden, aber ansonsten war gegen die kurze Rede nichts einzuwenden.
Wenn nicht… ja wenn nicht die Öffentlichkeit Wind davon bekommen hätte. Der als aktiver Denkmalschützer bekannte Abgeordnete des Petersburger Stadtparlaments, Alexej Kowaljow, erblickte in Madonnas Radiomessage nicht mehr und nicht weniger als eine „Beleidigung der Kulturhauptstadt Russlands“.
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Ginge es nach Kowaljow, würde Madonna ein dickes Strafgeld aufgebrummt bekommen, um den moralischen Schaden zu glätten. Ein entsprechendes Schreiben hat er bereits an Gouverneurin Valentina Matwijenko und die städtische Staatsanwaltschaft gerichtet.
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Keine Kommerzveranstaltungen auf dem Schlossplatz!
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Es hat jedoch den Anschein, dass Madonnas linguistischer Ausrutscher eher der Anlass für einen weiteren Schlag gegen die Durchführung von Massenveranstaltungen auf dem Schlossplatz ist. So mokiert Kowaljow, mit Auf- und Abbau würde der Platz zwei Wochen gesperrt sein.
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Als „Ort gemeinsamer Nutzung“ müsse er aber jederzeit für alle zugänglich sein. Außerdem schreibe das Gesetz vor, dass für die kommerzielle Nutzung öffentlicher Räume Gebühren abgeführt werden müssen.
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Nach Angaben der Zeitung „Delowoj Peterburg“ fordert Kowaljow die Gouverneurin auf, Klage gegen die Konzertveranstalter zu erheben, damit ein Teil ihres Gewinns dem Stadtsäckel zugute kommt.
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Der Veranstalter sieht seinerseits alle Pflichten erfüllt, weil ein Teil des Gewinns in Form von Steuern in den Petersburger Stadthaushalt einfließen wird. Ob Madonna wohl weiß, was ihr unvorsichtiges Auftaktwort für eine Lawine losgetreten hat?..
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