Freitag, 30.09.2011

50 Jahre Partnerschaft: Dresden und Petersburg feiern

50 Jahre - Petersburg und Dresden feiern ihre Partnerschaft. (Foto: dresden.de)
St. Petersburg. Eine hochkarätige Delegation aus Dresden weilt vom 2. bis 5. Oktober in der Newa-Metropole. Der 50. Jahrestag der Städtepartnerschaft wird mit Veranstaltungen zu Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur begangen.
Bereits in den 1950er Jahren hatten Dresden und (damals) Leningrad Kontakte zueinander aufgenommen und ihre Partnerschaft 1961 durch einen Vertrag besiegelt. Als Hamburg und Dresden 1987 Partner wurden, war ein deutsch-russisches Dreieck entstanden, denn Hamburg und Leningrad sind bereits seit 1957 freundschaftlich verbandelt.

Unter Leitung des sächsischen Ministerpräsidenten


Das kurz zur Geschichte. Das „Venedig des Nordens“ und das „Elbflorenz“ begehen ihr Jubiläum in diesem Jahr mit einer ganzen Reihe von Veranstaltungen und Besuchen. Bereits im Juni hatte es in Dresden umfangreiche Feierlichkeiten gegeben, jetzt ist Petersburg an der Reihe.

Die Gäste reisen mit einer namhaften Delegation von über 70 Vertretern der Landeshauptstadt Dresden, der Wirtschaftsförderung Sachsen sowie der Wirtschaft und der Wissenschaft an. Geleitet wird die Gruppe von Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Dresdens Erstem Bürgermeister Dirk Hilbert.

Autoland und russisches Detroit


Das Ziel des Besuches sei „die Intensivierung unserer Zusammenarbeit mit St. Petersburg in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur“, sagte Tillich am Donnerstag gegenüber der Presse.

Sachsen habe 2010 Waren im Wert von rund 718 Millionen Euro nach Russland verkauft, 200 Millionen mehr als noch im Jahr 2009, so der Ministerpräsident. Das „Autoland Sachsen“ sei ganz besonders an einer Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Automobilproduktion interessiert, die im „russischen Detroit“ bekanntlich auf einem sehr hohen internationalen Niveau ist.

Umfangreiches Wirtschaftsprogramm


Zu diesem Thema gibt es in Petersburg am 3. Oktober ein Wirtschaftsforum zur Automobilindustrie. Es widmet sich insbesondere der ressourceneffizienten Produktionstechnik, der modernen Ausstattung von russischen Automobilwerken und Zuliefererbetrieben sowie dem Ausbau von Forschungskooperationen.

Noch am gleichen Tag werden beide Politiker zusammen mit dem Ersten Bürgermeister Dresdens, Dirk Hilbert, über die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen Sachsen und St. Petersburg nicht nur im Bereich der Wirtschaft, sondern ebenso in der Wissenschaft und Forschung sprechen.

Vertreter von Dresdner Unternehmen aus dem Bereich Verkehrsplanung tauschen sich am 3. Oktober mit Verkehrs- und Infrastrukturexperten der Petersburger Verwaltung und russischen Unternehmern in einem Workshop zu Fragen der Verkehrsinfrastruktur und Verkehrsplanung aus.

Beim Mikrosystemtechnik-Seminar am 4. und 5. Oktober kommen zwölf Vertreter von Unternehmen und Forschungseinrichtungen des Branchenverbands „Silicon Saxony“ mit rund 30 russischen Partnern ins Gespräch. Dort geht es u. a. um den Ausbauder Zusammenarbeit zwischen „Silicon Saxony“ und dem mit sächsischer Unterstützung initiierten Mikroelektronik-Netzwerk „mems-Russia“.

Kultur pur


Auch die kulturellen Beziehungen zwischen den beiden Städten werden gebührend präsentiert. Im Bergbau-Institut wird am 3. Oktober im Beisein von etwa zehn russischen Absolventen an sächsischen Universitäten, die heute in St. Petersburg und Umgebung arbeiten, ein Hörsaal auf den Namen „Dresden“ getauft.

Das Petersburger Rimski-Korsakow-Konservatorium pflegt seit 1991 eine rege Zusammenarbeit mit der Dresdner Hochschule für Musik. Diese lebt durch Studentenaustausche und insbesondere durch die jährlichen Dresden-Besuche der Klavierprofessorin Ljubow Rudowa mit jungen, hochtalentierten Musikern ihrer Hochbegabtenklasse.

Der musikalische Höhepunkt geht am 4. Oktober im Großen Saal der Petersburger Schostakowitsch-Philharmonie über die Bühne: Über 90 Mitglieder der Dresdner Philharmonie unter Leitung von Michael Sanderling geben dort ein Konzert. Die Musiker führen Werke von Joseph Haydn und Johannes Brahms auf.

Deutsche Einheit im Michaelschloss


Diese Veranstaltungen scharen sich um den Festempfang anlässlich des 21. Jahrestages der deutschen Wiedervereinigung. In diesem Jahr bildet das Michael-Schloss, einstige Burg von Paul I. und heute Filiale des Russischen Museums, den würdigen Rahmen für die Feier, zu der eine Vielzahl an russischen und deutschen Gästen erwartet wird.