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| Die sowejtische Venus war in der Regel eine gesunde werktätige Kommunistin (Foto: rusmuseum.ru) | |
Mittwoch, 23.01.2008
Ausstellungen: Kuindschi und die sowjetische Erotik
St. Petersburg. Das Russische Museum wartet mit gleich zwei viel versprechenden Ausstellungen auf: Im Benois-Flügel sind der „Sänger des Lichts“ Archip Kuindschi und die „Sowjetische Venus“ zu sehen.
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Der russische Landschaftsmaler Archip Kuindschi (1842-1910) gehörte zwar der dem Realismus treuen „Genossenschaft für Wanderausstellungen“ (Peredwischniki) an, schuf aber geradezu magische Bilder mit fast unmöglich erscheinenden Farb- und Lichteffekten.
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| Leuchtende Landschaften sind das Markenzeichen von Achip Kuindschi (Foto: rusmuseum.ru) |
Bei den Ausstellungen seiner Bilder im 19. Jahrhundert untersuchten die Betrachter zuweilen die Rückseiten der Gemälde, weil sie dort eine künstliche Lichtquelle, eine „Laterna Magica“, vermuteten, die sie zum Leuchten brachten. Kuindschi schuf diese Effekte aber allein mit Farbe und Pinsel.
Auf der Ausstellung, die erstmals alle im Russischen Museum befindlichen Arbeiten Kuindschis vereint, sind berühmte Gemälde wie „Abend in der Ukraine“ und „Mondnacht am Dnjepr“, aber auch fast unbekannte Arbeiten und eine Vielzahl an erstmals der Öffentlichkeit zugänglich gemachten Zeichnungen zu sehen.
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Der sowjetische Eros Ein völlig anderes Thema wartet bei der Schau „Venus Sovietica“ auf den Besucher. Hier geht es um die Darstellung der Frau in der sowjetischen Kunst. Etwas ironisch mutet an, dass die Ausstellung dem 90. Jahrestag der Oktoberrevolution gewidmet ist, geht es doch zum größten Teil um die erotische Seite der Sache.
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Die hier gezeigten Gemälde, Graphiken, Standbilder und Plakate versuchen eine Antwort auf die Frage zu geben, die im Begleitkatalog folgendermaßen formuliert ist: „Wie entstand die totalitäre Erotik – mit «allen ihren Geschlechtsmerkmalen» und zugleich geschlechtslos; zeugend von einem gesunden öffentlichen Hedonismus und doch unfähig, individuelles Verlangen zu erzeugen; ein Symbol für den Triumph des gesunden, durchtrainierten, gut gebauten Körpers und doch fleischlos?“
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Neben bekannten Größen der Sowjetkunst wie Dejneka, Samochwalow oder Mylnikow sind auch weniger bekannte Autoren vertreten. Die Schau spannt sich vom Suprematismus über den „sozialistischen Realismus“ bis hin zum Underground der 1970er und zur Perestroika-Kunst der 1980er Jahre. Beide Ausstellungen sind bis zum 10. März 2008 zu sehen.
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