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Daheim wird renoviert, da hilft nur die Flucht (Foto: Brammerloh/.rufo)
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Freitag, 18.01.2013

Auszug aus dem Paradies: Wenn die Renovierung kommt

St. Petersburg. Umzug ins Provisorium. Die Renovierung der eigenen vier Wände hat Susanne Brammerloh aus der Wohnung getrieben. Hier berichtet sie über ihr Dasein als Wanderarbeiterin.

Es zieht durch die Fenster, von der Decke tropft Wasser, das Internet bockt – willkommen in der „Notunterkunft“. Bei mir zuhause habe ich eine Generalrenovierung angezettelt, die mir den Aufenthalt in meinem alten Gammelhaus für die nächsten Wochen verbietet.

Zweifelhaftes Provisorium


Also schlage ich mich mit einem ziemlich zweifelhaften Provisorium durchs Leben. Mit diesen wenig erbaulichen Einzelheiten beginne ich eine Serie von Blogbeiträgen – damit der geneigte Leser meine aktuell überaus seltsamen Petersburger Wanderungen nachvollziehen kann.

Bei Russland-Aktuell
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• Alt-Petersburg bleibt vom Gazprom-Turm verschont (07.12.2010)
• Dachschaden bei Putin: Schneealarm für Beamte (16.03.2010)
• 6 Tote bei Brand in St. Petersburger Kommunalwohnung (15.12.2009)
• Die Petersburger Redaktion (04.01.2009)
Seit mehr als elf Jahren bewohne ich eine schöne Altbauwohnung im Uralt-Stadtteil Kolomna – direkt hinter der Nikolski-Kathedrale. Mein Lieblingsviertel, in dem ich an verschiedenen Adressen um die 20 meiner 23,5 Petersburger Jahre verbracht habe.

Zweifelhafter Sowjetcharme


Im Laufe der Zeit habe ich in meiner Wohnung unterm Dach eines Hauses aus dem 19. Jahrhundert Küche und Bad renovieren lassen, der Rest hat aber leider immer noch den zweifelhaften Charme einer sowjetischen Kommunalwohnung, die dort vor meiner Ankunft 2001 ihre Blüten trieb.

Jetzt oder nie!, dachte ich mir – wenn ich die restliche Renovierung nicht endlich in Angriff nehme, dann wird daraus niemals nichts mehr. Also räumte ich mit meinen Zenit-Freunden am letzten Wochenende zwei Zimmer aus und verlagerte meine zentnerschweren Bücher- und Archivvorräte in den dritten und größten Raum. Dann rückten die Remontniki an, meine Bauarbeiter, die mir mein lieber Kollege Lothar Deeg empfohlen hatte.

Schön und ganz schön heruntergekommen


Die stöhnten schon, als sie die „Arbeitsfront“ zum ersten Mal in Augenschein nahmen – die Stuckdecken hängen durch, überall Wasserschäden, die Wände sind löcherig, die Türen alle schief. Mein Haus hat sich den Charme der letzten hundert Jahre bewahrt.

Dafür liebe ich es ja auch, aber das muss frau erst einmal „vernünftig denkenden modernen Menschen“ erklären. Auch darin habe ich Übung – es ist bei weitem nicht die erste Baustelle in meiner Petersburger „Karriere“. Und sie haben es wohl auch begriffen, meine Remontniki, sonst hätten sie wohl sofort die Flucht ergriffen.

Langer Rede, kurzer Sinn: dort wird jetzt der Putz von Wänden und Decken geschlagen, und meine Anwesenheit auf der Baustelle wurde für „äußerst unerwünscht“ erklärt. Ich zog also aus, zwei Tage ist das jetzt her. Die Frau meines alten Künstlerfreundes Jan Antonyschew ist gerade auf Geschäftsreisen, sie bot mir ihre Wohnung an. Eben diese Bleibe, wo nichts funktioniert. Dafür habe ich einen zehn Kilo dicken weißen Kater als Mitbewohner, der nichts lieber tun würde, als auf den Laptop zu springen, damit ich mich um ihn kümmere.

Spaß macht das alles nicht, aber da muss ich durch. Über den Fortgang des Renovier-Martyriums a la Kolomna-SPb. werde ich an dieser Stelle in lockerer Folge berichten.



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