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Auch die weltberühmte Petersburger Eremitage hat deutsche Wurzeln. (Foto: Deeg/.rufo)
Auch die weltberühmte Petersburger Eremitage hat deutsche Wurzeln. (Foto: Deeg/.rufo)
Montag, 25.03.2013

Deutsche in St. Petersburg – auf den Spuren der Geschichte

St. Peterburg. Keine andere ausländische Volksgruppe hat Petersburg mehr geprägt als die Deutschen. Ein historischer Rückblick und eine Studienreise zeigen verblüffende und so gut wie vergessene Fakten auf.

Es fängt schon beim Namen St. Petersburg an – er klingt nicht nur deutsch, er ist es auch. Zwar wollte Stadtgründer Peter I. sein „Paradies“ auf holländische Manier ausgesprochen haben (Pieterburch), aber das bürgerte sich nie ein. Als Zar Nikolaus II. 1914 gegen seinen Cousin Wilhelm II. ins Feld zog, erschien ihm die deutsche Bezeichnung seiner Stadt dann so gefährlich, dass er sie kurzerhand zu „Petrograd“ russifizierte.

Mit dem Namen kommen die Deutschen zurück


Im sowjetischen Leningrad gab es dann nur noch wenige Deutsche – nach der Revolution verließen die meisten das Land, und wer geblieben war, fiel den Säuberungen der dreißiger Jahre und nach Kriegsbeginn zum Opfer. Aber als mit der Wende und dem Ende der Sowjetunion der alte Name zurückkam, war plötzlich auch der Weg wieder frei zu einer Neuansiedlung.

Studienreise nach St. Petersburg
22. August – 28. August 2013

1.680 Euro p. P. im DZ; EZ-Zuschlag 300 Euro
Unterbringung im Hotel am Newski Prospekt
Verpflegung: Vollpension (exkl. Mittagessen am 27.08.)
Flüge ab/bis Hamburg
Bustransfer und alle Eintritte
Deutschsprachige Reiseleitung

Anmeldung: Russland Reisen Romanowa
Mühlendamm 84 A, 22087 Hamburg
http://www.romanova-reisen.de/
Tel.: 040 22 69 70 74
E-Mail: info@romanova-reisen.de
Wie viele neuzugewanderte Deutsche heute hier leben, ist kaum statistisch zu erfassen – es mögen ein paar hundert sein. Die meisten kommen für ein paar Jahre, entsandt ins Konsulat oder von ihrer Firma. Aber ein paar Dutzend Hartnäckige haben festen Wohnsitz genommen und verstehen St. Petersburg als ihre zweite Heimat. Sie führen eine jahrzehntelang unterbrochene Tradition fort.

Was haben Schliemann und Bismarck gemein?


Tatsächlich tauchten die ersten Deutschen schon bald nach der Grundsteinlegung zur Peter-Pauls-Festung an der Newa auf. Seit 1703 kamen Ingenieure und Architekten, Künstler und Wissenschaftler, Lehrer und Militärangehörige, Handwerker und Kaufleute und leisteten einen bedeuteten Beitrag zur Entstehung der Stadt und deren Aufstieg zu einer der führenden Metropolen Europas.

Wer die Augen offenhält, entdeckt auf dem Weg durch die Stadt ganz unterschiedliche Hinweise auf den einen oder anderen berühmten Deutschen. So erzählt eine Gedenktafel am Haus Nr. 50 an der Englischen Uferstraße vom Aufenthalt des späteren „Eisernen Kanzlers“ Otto von Bismarck als preußischer Gesandter in der russischen Hauptstadt in den Jahren 1859-1862.

Zeitgleich mit ihm lebte mit Heinrich Schliemann ein Zeitgenosse ganz anderen Kalibers auf der 1. Linie der Wassili-Insel. Der spätere Entdecker von Troja verbrachte mit Unterbrechungen gut 20 Jahre in der Stadt und war Petersburger Ehrenbürger.

“Gedenke des hohen Wassers…“


Aber natürlich prägten nicht die Berühmtheiten das Miteinander zwischen Deutschen und Russen, sondern das ganz einfache Alltagsleben. So lebten auf der Wassili-Insel traditionell die bei den Petersburgern äußerst beliebten deutschen Bäcker.

Auf dem gegenüberliegenden Newa-Ufer findet man bis heute auf Deutsch verfasste Hochwasser-Anzeigen. „Gedenke des hohen Wassers am 7. November 1824“ liest der verblüffte Passant da plötzlich an einer Hauswand hinter dem Heumarkt, genau dort, wo Dostojewski seinen Raskolnikow angesiedelt hatte.

Weltkulturerbe mit deutschen Wurzeln


Dass die letzten Zaren durch über Generationen praktizierte dynastische Vermählungen mit deutschen Prinzessinnen kaum noch russisches Blut in den Adern hatten, ist kein Geheimnis. Für Petersburg bedeutete diese enge Verknüpfung eine außerordentliche Bereicherung in kultureller Hinsicht.

So geht das legendäre Bernsteinzimmer im Katharinenpalast von Zarskoje Selo auf das Bernsteinkabinett zurück, das Friedrich Wilhelm I. von Preußen 1716 Zar Peter geschenkt hatte.

Programm:
Präsentation, Rundtisch-Gespräch, Ausstellungsbesichtigung und Treffen mit Russlanddeutschen im deutsch-russischen Begegnungszentrum, Stadtrundfahrt, Ausflug in die ehemalige deutsche Kolonie Strelna-Neudorf, Peterhof, Zarskoje Selo, Fluss- und Kanalfahrt, Opern- oder Ballettabend, Eremitage (Fakultativ)
Und die „deutsche Zarin“ Katharina die Große, in Wirklichkeit Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, legte den Grundstein zur weltberühmten Eremitage-Sammlung, als sie 1764 beim Berliner Kaufmann Johann Ernst Gotzkowsky 225 Gemälde erwarb.

Studienreise „St. Petersburg und die Deutschen“


Das Hamburger Reisebüro „Russland Reisen Romanowa“ bietet in diesem Sommer eine Studienreise an, die einen Einblick in die Petersburger deutsch-russische Vergangenheit und Gegenwart vermitteln möchte. Es geht dabei um das Leben und Mitwirken der deutschen bzw. der deutschstämmigen Bevölkerung bei der Entstehung und Entwicklung von St. Petersburg, einer der schönsten Städte Russlands und der Welt.

Aber nicht nur das: im deutsch-russischen Begegnungszentrum in der Lutherischen Petrikirche wird es Begegnungen und Gespräche mit heutigen Petersburger Deutschen geben.



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