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Wenn zwei sich streiten, lächelt die dritte: Da Vincis Mona Lisa (Foto: Archiv/SPZ)
Wenn zwei sich streiten, lächelt die dritte: Da Vincis Mona Lisa (Foto: Archiv/SPZ)
Donnerstag, 20.07.2006

Die Mona Lisa der Eremitage entzweit Buchautoren

St. Petersburg. Die Eremitage besitzt nicht nur die Größe und das Prestige des Louvre, in ihrem Bestand befindet sich auch eine Mona Lisa. Ein russischer Autor hat darin prompt seinen eigenen „Da Vinci Code“ entdeckt.

Man hätte hoffen dürfen, der weltweite Zirkus um den Skandal-Roman "Der Da Vinci Code" und seine Verfilmung („Sakrileg“) würde Russlands verschlafene Kulturhauptstadt verschonen.

Doch neben der üblichen Propaganda-Welle, die heute jeden noch so unbedeutenden Bestseller begleitet und dem strikten Verbot der russisch-orthodoxen Kirche, sich dem "gotteslästernden" Buch und seiner Verfilmung auch nur zu nähern, erhielt Petersburg seinen eigenen Mini-Da-Vinci-Skandal.

Auslöser dafür war eine geheimnisvoll lächelnde Dame im Depot des Eremitage-Museums, von deren Existenz bis heute viele nichts wissen.

Eine "Original-Kopie" der Mona Lisa


Die Eremitage hat eine eigene Mona Lisa. Zwar handelt es sich dabei um eine Kopie, aber das Bild gehört nicht zu dutzenden, weltweit verstreuten Nachbildungen von eher zweifelhafter Herkunft, sondern ist von Experten klar der Zeit und der Schule Da Vincis zugeordnet worden.

Bei Russland-Aktuell
• Weißrussland: „Da Vinci Code“ abgesetzt (23.05.2006)
• Skandal um Da Vinci Code: Gläubige wollen Film rösten (19.05.2006)
• Russlands Moslems wollen The Da Vinci Code verbieten (18.05.2006)
• Eremitage: Die Sammlung des Prime Minister Walpole (04.04.2006)
Es ist gewissermassen eine "Original-Kopie", die im 16. Jahrhundert von einem Da Vinci-Schüler gemalt worden sein soll. Auch wenn das Bild für die Museumsbesucher in Russland kaum weniger magische Anziehungskraft besäße als die Dame im Louvre, brüstet sich die Eremitage nicht damit.

Das Gemälde wurde lediglich 1998/99 auf einer Ausstellung mit Werken von Leonardos Schule gezeigt, welche die Geschichte der Nachbildungen seiner Motive zum Inhalt hatte. Nicht nur die legendäre "Gioconda", sondern viele andere Bilder des Meisters wurden bereits zu seiner Zeit bis heute vielfach kopiert.

"Wenn Du reden könntest - Mona Lisa!"


Aus dieser eher diskreten Position heraus geriet die Petersburger Mona Lisa-Kopie im April ins grelle Rampenlicht. Sie war der Ursprung für eine Geschichte, die zwar um vieles weniger blutig, dafür aber wesentlich spannender und realitätsnaher ist als der fade Krimi Dan Browns.

Michail Anikin, ein wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Eremitage, beschuldigte Brown des Plagiats. Dabei geht es nicht einfach um gewisse Ähnlichkeiten oder Details der Geschichte. Der Kläger beschuldigt Brown, er habe darin sein Material als Kernidee verwendet. Gemeint ist die Theorie, Mona Lisas Antlitz sei zweigeteilt und bilde eine Synthese der Gesichter von Jesus Christus und Maria Magdalena.

Plagiat-Vorwurf gegen Dan Brown


Laut Anikin, der sich bereits seit den 90er Jahren mit dieser Idee beschäftigt, habe er sein Material 1998 an zwei Bekannte Browns aus Houston weitergegeben, die sich dafür interessierten.

Im Jahr 2000 kam Anikins eigenes Buch "Leonardo Da Vinci, oder Theologie in Farben" heraus, erntete aber nicht nicht einmal einen Bruchteil des Erfolgs von Browns düsterer Kriminalgeschichte - eine bittere Sache.

Ob Anikin vor Gericht Gehör finden wird, ist fraglich, denn Entscheide in Streitfällen über geistiges Eigentum sind immer stark subjektiv geprägt und Dan Browns Lobby wird sich wohl die besseren Anwälte leisten können. Anikins wichtigste Zeugin aber lächelt dazu nur sanft und bleibt stumm wie schon seit Jahrhunderten.

(-eva/SPZ)


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