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| Wer nicht stehen will, kann zahlen - Sommeralltag vor der Eremitage in St. Petersburg. (Foto: mr7.ru) | |
Dienstag, 28.07.2009
Eremitage: Gegen Bezahlung an der Schlange vorbei
St. Petersburg. Sommerzeit, Touristen-Hochzeit. Die Schlange der kulturbeflissenen Gäste Petersburgs in die Eremitage schlängelt sich mitten über den Schlossplatz. Schlaue Mitbürger verdienen daran ordentlich Geld.
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So lange Schlangen vor dem Eingang in die berühmte Kunsthalle der nördlichen Metropole Russlands wurden schon lange nicht mehr gesichtet – bis an die Alexandersäule reicht sie zuweilen heran. Bis zur Kasse bedeutet das bis zu zwei Stunden Wartezeit.
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Eingang durch den Ausgang
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Wem das zu nervig ist oder zu zeitaufwendig, kann sich einen „Service“ zu nutze machen, der eigentlich so gar nicht dem hohen moralischen Niveau des Kulturtempels entspricht – für drei Mal so viel Geld schleust eine Gruppe cleverer „Privatunternehmer“ den zahlungswilligen Gast durch den Ausgang ins Museum hinein.
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Der befindet sich dort, wo früher der Eingang war – am Schlosskai auf der Newa-Seite. Diese Zeitersparnis kostet den Besucher 300 Rubel (knapp sieben Euro); normalerweise kostet ein „Russenticket“ an der Kasse ein Drittel dieser Summe.
Es sind vor allem russische Touristen, die auf diese „Dienstleistung“ zurückgreifen. Das ist logisch, denn sie kommen meist für wenige Tage nach St. Petersburg und haben ein volles Programm auf dem Zettel.
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Keine Unannehmlichkeiten
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Die Pressestelle der Eremitage rät auf Anfrage eines Journalisten, sich an den Sicherheitsdienst des Museums zu wenden und von diesen „kriminellen Tätigkeiten“ zu berichten.
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Ansonsten wundert sich keiner über den großen Andrang. „So ist das jedes Jahr in der Hochsaison“, sagt ein Museumsangestellter. „Uns macht das überhaupt keine Unannehmlichkeiten“.
Andere berichten, die Schlangen entstünden deshalb, weil jeder Besucher nun seinen Pass vorlegen muss, um ein billiges Ticket für 100 Rubel zu bekommen.
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Die Menschen in der Schlange draußen ergeben sich meist ohne Meckern in ihr Schicksal und warten, bis sie an der Reihe sind. Und für die anderen gibt es ja die Spekulanten, die übrigens ausgesucht höflich sind gegenüber ihren potentiellen Klienten – ganz auf feine Eremitage-Art eben. Der Geist des Ortes färbt eben ab.
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