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Hinterhof der Künste: Das "Loftprojekt Etashi" hat einer alten Brotfabrik neues Leben eingehaucht (Foto: ld/.rufo)
Hinterhof der Künste: Das "Loftprojekt Etashi" hat einer alten Brotfabrik neues Leben eingehaucht (Foto: ld/.rufo)
Dienstag, 22.09.2009

Etashi: Fünf Etagen voller Farbe, Fotos, Fantasie

St. Petersburg. Von wegen kultureller Stillstand: In einer ehemaligen Brotfabrik am Ligowski Prospekt wurde nach New Yorker Vorbild in Petersburg ein cooles Kulturzentrum ins Leben gerufen: Das „Loftprojekt Etashi“.

In den fünf Stockwerken des Hintergebäudes am Ligowski Prospekt 74 gibt es seit zwei Jahren Ausstellungen zeitgenössischer Künstler und Designer, ein Restaurant, eine Weinbar und sogar ein Hostel mit billigen Schlafplätzen.

Obwohl das Haus ziemlich groß ist, ist es nicht sehr leicht zu finden. Durch einen unscheinbaren engen Hauseingang und vorbei an einer Pförtner-Loge kommt man in den Hof der ehemaligen Fabrik. Dort wird einem jedoch schnell klar, dass man in einer kreativen Oase gelandet ist: An der Hofmauer hängen metergroße Bilder von jungen russischen Fotografen, und die Nummern der Etagen sind in großen schwarzen Lettern von außen an die Hauswand geschrieben.

Ausstellungen und Aktionen, Fotos, Skulpturen und andere Werke internationaler Künstler treffen in der 400 Quadratmeter großen „weißen Halle“ im Erdgeschoss sowie in der 700 Quadratmeter großen „blauen Halle“ in der zweiten Etage auf den Geist der Vergangenheit.

Rohre, Fliesen und Teigmaschinen aus der "Brotzeit"


Denn in Form langer Metallstreben, die den Boden des Erdgeschosses durchziehen, oder blau lackierter Rohre, die die Wände der zweiten Etage entlang laufen, sind robuste Elemente der Brotfabrik erhalten geblieben. Wasser, dass hin und wieder durch die Leitungen rauscht, sowie einzelne weiße Fliesen, die an den Wänden und Betonpfeilern hängen, deuten noch immer darauf hin, dass hier einmal im großen Stil Brot gebacken wurde.

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Die Elemente des alten Betriebs sowie die Kunst der zeitgenössischen Künstler ziehen sich durch alle fünf Etagen. Überall gibt es kleine und große Objekte zu entdecken, und hinter dürftigen Absperrungen lassen sich alte Maschinen vermuten.

Ob Ausstellungen, Festivals, Filmvorführungen, Fotowettbewerbe oder Flohmärkte – in diesem Kulturzentrum ist fast jeden Tag etwas anderes los. Viel Kunst gibt es dabei kostenlos. Für die Ausstellungen wird in der Regel ein Eintrittsgeld von etwa 100 Rubel erhoben. Studenten zahlen weniger.

Donnerstags und samstags ist Kinderzeit. Dann können Kinder im Alter von vier bis zwölf Jahren basteln, kochen und Geschichten hören (Anmeldung unter Tel. 458 5005).

Das Essen aus dem "Grünen Zimmer" kann man auch auf der Dachterrasse genießen (Foto: Reimers/.rufo)
Das Essen aus dem "Grünen Zimmer" kann man auch auf der Dachterrasse genießen (Foto: Reimers/.rufo)

Grünes Restaurant und Bio-Weinbar


Ein weiterer Publikumsmagnet ist zudem das Restaurant „Seljonana Komnata (Grünes Zimmer) in der dritten Etage. Bei seiner Eröffnung 2007 war es eines der wenigen echten vegetarischen Lokale in der Stadt. Doch dieses Konzept konnte offenbar nicht Wurzeln schlagen: Inzwischen gibt es auch fleischhaltige Gerichte auf der Speisekarte. Das Essen ist weitgehend aus biologischem Anbau, die Preise dabei eher niedrig.

Die Gäste können sich drinnen an großen, hellen Holztischen neben einer alten Teigrührmaschine und anderen Fabrik-Überbleibseln vom freundlichen jungen Personal bedienen lassen und den Köchen über eine Theke zusehen, wie sie das Essen zubereiten.

Wer lieber draußen isst, kann sich auf die große Dachterrasse neben den „Garten aus Gummi-Steinen“ setzen – auch dies ist eine Kunst-Installation. Dort liegen Decken bereit, damit man auch an kühleren Tagen nicht so schnell friert.

Wer hier Bio-Wein schlürft, muss einfach etwas mit Kunst zu tun haben (Foto: Reimers/.rufo)
Wer hier Bio-Wein schlürft, muss einfach etwas mit Kunst zu tun haben (Foto: Reimers/.rufo)
Oben unterm Dach befindet sich noch die „Loft Wine Bar“: Ein riesiger heller Raum mit weißen Kronleuchtern, großen Fotos und einem Bildschirm, auf dem Kunstfilme laufen. Rund um die Uhr kann man hier auf bequemen Sesseln oder Stühlen sitzen, biologisch angebauten Wein, Kaffee oder alkoholfreie Bio-Getränke wie Bionade trinken - und dabei wie ein richtiger Künstler aussehen.

Schlafen im kulturellen EPI-Zentrum


Dass in dem Gemäuer ständig eine bunte Mischung aus Menschen unterschiedlicher Nationen verkehrt, ist nicht zuletzt dem hauseigenen Hostel zu verdanken, wo es 48 billige Übernachtungsmöglichkeiten gibt. In halbwegs heimeliger Atmosphäre können Reisende hier nicht nur ihre Sachen lassen und unter die saubere Dusche springen, sondern selbst ein Teil des Kunstprojektes werden und viele neue Kontakte knüpfen.

Eine Übernachtung mit Frühstück im Vier- oder Sechsbettzimmer kostet hier 600 Rubel.

(Sophia Reimers/.rufo)


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