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Deutschlernen im 7. Stock eines alten Hauses an der Moika - das macht nur das Petersburger Goethe-Institut. (Foto: Brammerloh/.rufo)
Deutschlernen im 7. Stock eines alten Hauses an der Moika - das macht nur das Petersburger Goethe-Institut. (Foto: Brammerloh/.rufo)
Montag, 14.02.2011

Goethe-Institut SPb. aktiv für die deutsche Sprache

St. Petersburg. Während die Nachfrage nach Deutschkursen in Petersburg groß ist, gibt es russlandweit Sorgen um die sinkende Nachfrage. Es wird kreativ daran gearbeitet, den Russen mehr Lust auf Deutsch zu machen.

Bei Russland-Aktuell
• Lern Deutsch! – Goethe-Institut SPb. stellt sich vor. Teil I unseres Berichts
Im ersten Teil unseres Berichts haben wir die Arbeit der Sprachabteilung des Goethe-Instituts in St. Petersburg und ihrer Leiterin Dr. Barbara Frankenberg mehr im Allgemeinen vorgestellt, jetzt soll es etwas tiefer ins Detail gehen.

Für mehr Deutschunterricht


Der Deutschunterricht an den russischen Schulen sitzt auf dem absteigenden Ast. Laut Statistik haben 2009 insgesamt 1,9 Millionen Menschen in Russland Deutsch gelernt; zwischen 2005 und 2009 ist die Zahl der Lernenden um 28,4 Prozent zurückgegangen.

Dagegen möchten die drei Goethe-Institute in Russland (Moskau, Petersburg und Nowosibirsk) etwas tun. Mit der Werbekampagne „Lern Deutsch!“ gehen sie in die Öffentlichkeit, um mehr Menschen zum Deutschlernen zu bewegen.

Da werden Werbepakete an Lehrer verschickt, die in ihren Schulen Probestunden erteilen; es wird darüber nachgedacht, in Russland ansässige deutsche Firmen einzuspannen. „Geschäftsleute können den jungen Leuten klarmachen, dass sie eine echte Karriere-Chance haben, wenn sie gute Deutschkenntnisse mitbringen“, sagt Barbara Frankenberg.

Mit der Werbetrommel auf die Transsib


Im Goethe-Institut in Nowosibirsk hat man eine originelle Idee: Warum nicht mit der Transsibirischen Eisenbahn durch das Land fahren und an den Bahnhöfen Werbeveranstaltungen machen? Raus aus dem Zug, Plakate und Lautsprecher aufstellen und einfach „ins Volk gehen“, bis der Zug weiterfährt.

Für die Nordwest-Region, für die Petersburg verantwortlich zeichnet, gibt es eine ähnliche Idee, nur etwas bescheidener: Ein bunt bemalter und mit dem Slogan „ Utschi nemezki!“ „(Lern Deutsch!“) versehener Bus könnte durch die russische Nordprovinz fahren und die gleiche Funktion erfüllen wie der sibirische Zug.

Intention der Goethe-Institute ist – neben der Werbung für Deutsch an den russischen Schulen –, in Russland die Vorteile eines Schulsystems mit zwei Pflichtfremdsprachen populär zu machen. In Russland überwiegt bisher eine obligatorische Fremdsprache – für moderne Herausforderungen ist das zu wenig.

Schultheater und Debattierklub


Was Petersburg betrifft, so sind die Veranstaltungen des Goethe-Instituts weit gestreut. Als nächstes steht am 17. und 18. März das schon traditionell gewordene Schultheaterfestival an. Gruppen von Schulen mit Deutschunterricht führen Stücke auf, die von einer vierköpfigen Jury bewertet werden. Die beste Gruppe fährt zu einem ähnlichen Festival nach Deutschland.

Bei Russland-Aktuell
• Russland bei den Interkulturellen Wochen in Nürnberg (24.09.2010)
• Deutsche bringen den Irak-Krieg auf Moskauer Bühne (20.05.2010)
• Russisch in den USA auf Platz 9 der Fremdsprachen (29.04.2010)
Am 8. und 9. April steigt „Jugend debattiert“, wo es um die Kunst des Argumentierens geht. Hier wurde schon das Pro und Contra des Ochta-Zentrums thematisiert, um was es in diesem Jahr gehen wird, ist noch nicht klar. „Es wird etwas aus der Richtung Menschenrechte sein“, weiß Barbara Frankenberg.

Das Besondere an den Debatten: Die Teilnehmer müssen Argumente und Gegenargumente zum Thema sammeln, denn sie wissen vorher nicht, ob sie in der Gruppe der Befürworter oder der Gegner auftreten werden. In Petersburg findet in diesem Jahr der Landesausscheid statt, das Halbfinale war in Moskau.

Man spricht Deutsch


Ein Höhepunkt dieses Jahres wird die große Ausstellung „Man spricht Deutsch“ im Lesesaal der Universität für Finanzen und Wirtschaft – auf 200 Quadratmetern geht es zwischen dem 2. und 16. April „um solche Themen wie Entstehung der Sprache, gute Literatur, Politik, Schönheit der Sprache, Brutalität der Sprache, Sprachinseln, Dialekte, Jugendsprache u.a.m“, wie die Website des Goethe-Instituts St. Petersburg verrät.

Ein großer Acker zum Beackern


Obwohl es immer wieder Probleme beim Organisieren der vielen Veranstaltungen gibt – so werden Zusagen für Räumlichkeiten manchmal einfach ohne Erklärung zurückgezogen –, ist Barbara Frankenberg fasziniert von ihrer Arbeit:

„Die Menschen hier sind hungriger als im Westen; es gibt hier noch einen richtigen Acker zum Beackern“, sagt sie. Auch die Lehrkräfte, die an der Moika 58 unterrichten, gehören zu diesen „Hungrigen“: Viele gehen mit großem Enthusiasmus an die Arbeit, gerade weil sie in ihren eigenen Lehranstalten (viele arbeiten an der Universität) zu wenig Entfaltungsmöglichkeiten für die eigene Kreativität haben.

„Damit erreichen wir aber auch einen Rücklauf: Unsere Lehrer tragen etwas Frisches und Neues in den Unterricht an russischen Schulen und Hochschulen und bringen dadurch auch dort gute Entwicklungen auf den Weg“, so die Leiterin der Sprachabteilung.



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