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| Die Geschichte der Eremitage - in packender Buchform. (Foto: sb/.rufo) | |
Sonntag, 22.02.2009
Lebendige und fundierte Geschichte der Eremitage
St. Petersburg. Bildbände über die Eremitage gibt es in rauen Mengen, Einblicke in Geschichte und Gegenwart des weltberühmten Museums dagegen kaum. Diese Lücke schließt die Hamburgerin Marianna Butenschön.
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In ihrem 2008 im Verlag Böhlau erschienen Buch „Ein Zaubertempel für die Musen. Die Ermitage in St. Petersburg“ stimmt alles – außer (vielleicht) dem Titel. Auf den ersten Blick wirkt er etwas kitschig, und beim potentiellen Leser können sich Zweifel einschleichen, was ihn denn in dem 410 Seiten starken Werk erwarten wird.
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Nach den ersten Seiten ist allerdings schnell klar: Der etwas blumige Titel entspringt nicht der Phantasie der Autorin, sondern ist schlicht und einfach das Zitat eines deutschen Reisenden, der 1841 „Petersburg in Bildern und Skizzen“ beschrieben hatte.
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Fundierte Fakten und tiefe Hintergründe Das Buch rollt die gesamte Geschichte des Petersburger Kunstmuseums auf – von den Anfängen der „Einsiedeley“ Katharinas der Großen bis in die Gegenwart der Diskussionen um die „Beutekunst“ und in die Zukunft der im Entstehen begriffenen „Großen Eremitage“.
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Die Hamburger Journalistin und Buchautorin hat eine riesige Recherchearbeit geleistet. Davon zeugen die vielen in den Text eingestreuten Zitate und der knapp 40 Seiten starke Anmerkungsapparat.
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Aber noch wichtiger ist: Sie hat die „trockenen Fakten“ in ein lebendiges Sprachumfeld gestellt und eine spannende Erzählung geschaffen, die sich hervorragend liest und an keiner Stelle müde macht.
Im Vordergrund stehen dabei stets die Akteure, denen die Ermitage ihre Geschichte verdankt. Seien es die „große“ Begründerin oder der heutige Direktor, die Kustoden und Museumsführer, -aufseher, -musiker… Erwähnt werden natürlich auch die berühmten Eremitage-Katzen, die ebenfalls Teil des legendären Gebäudekomplexes am Newa-Ufer sind.
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Die Deutschen und die Eremitage Die Autorin setzt einen besonderen Akzent auf die Teilhabe der Deutschen am bald 250 Jahre währenden Leben und Wirken der Eremitage. Nicht nur Katharina war Deutsche – auch die erste Sammlung kam 1764 aus Berlin. Sie bildete den Grundstock zu dem bald schon rasant wachsenden Museum.
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Viele Petersburger Deutsche haben bis zur Zäsur von 1917 in der Ermitage gewirkt, manche auch noch später. Stets unterhielt das Museum gute Beziehungen zu deutschen Kunst- und Kulturinstitutionen. Besonders fruchtbar war zu Sowjetzeiten die Zusammenarbeit mit den Museen der DDR. Heute ist die Eremitage u. a. eng mit der Hamburger Kunsthalle verbunden.
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Für Eremitage-Direktor Michail Piotrowski sind die guten Beziehungen seines Hauses zu Deutschland das Natürlichste der Welt: „Russlands Museumswesen kommt aus Deutschland. Deshalb arbeiten wir auch so gut mit den deutschen Museen zusammen.“
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Er selbst, der nach eigenem Bekunden „in der Eremitage laufen gelernt hat“, bekam schon vor der Einschulung seinen ersten Deutschunterricht. Er steht also mitten drin in dieser fruchtbaren Tradition.
Bereicherung für die Literatur über die Eremitage
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Das für 29,90 Euro in guten Fachbuchhandlungen erhältliche Buch ist eine echte Bereicherung für die Ermitage-Literatur. Wer darin allerdings nach Fotos der berühmten Gemälde sucht, wird enttäuscht sein. Aber für diese Belange gibt es ja, wie bereits gesagt, Bildbände in rauen Mengen…
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