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Madonna will russische Homosexuelle aufmuntern und handelt sich möglicherweise viel Ärger ein. (Foto: newsru.com)
Madonna will russische Homosexuelle aufmuntern und handelt sich möglicherweise viel Ärger ein. (Foto: newsru.com)
Donnerstag, 22.03.2012

Madonna übt Solidarität mit Petersburger Schwulen

St. Petersburg. Bei ihrem Konzert im August will Popstar Madonna das Petersburger Schwulengesetz öffentlich verurteilen. Parallel soll in Moskau und Petersburg eine Gay-Pride laufen. Es riecht nach einem handfesten Skandal.

„Ich komme nach St. Petersburg, um mit den Mitgliedern der Gay-Gemeinschaft zu sprechen, ihnen zu helfen, ihnen Kraft zu geben und jeden aufzumuntern, der unterdrückt wird oder sich unterdrückt fühlt“, schreibt Madonna auf ihrer Seite im Facebook.

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Eine dumme Grausamkeit


Sie sei „ein Kämpfer für die Freiheit zu wählen, zu sprechen, zu handeln“, „meine Show, meine Lieder, Arbeit, meine Kunst drehen sich immer um die Freiheit der Selbstäußerung“, schreibt die amerikanische Pop-Diva weiter.

Sie wolle während ihres Auftritts in St. Petersburg im August von der Bühne über das unlängst verabschiedete und international umstrittene „Gesetz gegen Homosexuellen-Propaganda“ sprechen, das sie als „dumme Grausamkeit“ bezeichnet.

Eine dumme Grausamkeit


Madonnas Erklärung geht auf eine Aufforderung der bekannten russisch-amerikanischen Journalistin Mascha Gessen zurück, die sich aktiv für die Rechte der sexuellen Minderheiten in Russland einsetzt. Gessen hatte Madonna in der „New York Times“ gebeten, das Konzert in Petersburg abzusagen, um ihren Protest gegen das „Schwulengesetz“ zu bekunden.

Es stellt „die Propagierung von Homosexualität“ in der Öffentlichkeit unter Strafe. Die Petersburger Initiatoren wollen es auch landesweit durchsetzen und haben wegen der allgemeinen Ablehnung von Schwulen und Lesben in der russischen Gesellschaft dabei gute Chancen.

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Madonna mit drei Problemen


Die Organisatoren der geplanten Gay-Pride nehmen Madonnas Ankündigung zum Anlass, die Schwulenparade während der beiden Konzerte am 7. August in Moskau und am 9. August in St. Petersburg durchführen, um „auf das allgemeine Problem der Heuchelei von Stars aus dem Westen hinzuweisen“.

Vielleicht hätte Madonna doch besser auf die Konzerte verzichtet, denn sie könnte gleich drei Probleme bekommen: sich erstens den Unmut ihrer russischen Fans einhandeln, die in ihrer Mehrheit nichts von „Schwulenrechten“ wissen wollen, und zweitens in einen Konflikt zwischen Publikum und den „Störern“ aus der LGBT-Szene geraten.

Drittens schließlich droht ihr Ärger seitens der russischen Behörden, denn ihre geplante Solidaritätsbekundung mit den Gays ist in Petersburg jetzt strafbar. Wird sie als „juristische Person“ behandelt, könnte das eine Ordnungsstrafe von bis zu 500.000 Rubeln (etwa 12.000 Euro) hageln.



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Royaler 23.03.2012 - 00:56

Aufmüpfig

Da müpft ja Einiges auf in good old Russia!

Es braucht anscheinend nicht angeblicher US staatlich geförderter Demokratieunterstützung - wie ehemals in der UdSSR die Beatles den underground aufwühlten, scheint jetzt wohl etwas oberflächlicher Madonna zu reichen
um aufmischen zu lassen.

Das passt ja wunderbar für die Lakaien Putins - eine amerikanische sexy Lady Madonna
gibt ihnen Anstoss für Verwunderung über Proteste, die sich um die kommenden events gruppieren.

Die Einschränkung der Rechte von frei denkenden Menschen insgesamt, der Schwulen- und Lesben insbesondere, ist ja schon ausgesprochen auffallend.
Kann das System sich nur stabilisieren und seine wackelige Identität finden durch Schikane
gegen Minderheiten, durch aggressive Gesetze zur Unterdrückung der Freiheit auf sexuelle Selbstbestimmung?
Armes Russland unter Putin.

Die Erinnerung an Schlimmeres, Rabiateres bleibt damit wohl dauerhaft wach, für die, die durchblicken können.
Die Struktur ist deutlich ähnlich,
eigentlich brauchts nicht viel um sich diesem Zusammenhängen zu nähern - es ist in absurder Weise
augenscheinlich.

Und in der Thematik irgendwie passend. Eine Präsidenten-Clique, die am besten auf der Vukgärwelle
zu Rollen vermag mit Vergleichen
rund Präservativ, die zum Himmel stinken, hat dann eine Gegenkamagne im Umfeld dieses Lebensbereichs voll auf verdient - es könnte die Wirkung haben von: Schlag ins Gesicht.


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