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| Statt Perraults Goldkuppel bekommt das Mariinski ein klassisch modernes Gebäude. Foto: ld/.rufo | |
Montag, 15.12.2008
Mariinski-2: Kanadische Modernisten nun am Werk
St. Petersburg. Das kanadische Büro Diamond & Schmitt Architects soll die zweite Bühne für das weltberühmte Mariinski-Theater bauen. Geplant wird wieder mal hinter verschlossen Türen.
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Gesehen hat die Öffentlichkeit den neuen Entwurf für die zweite Bühne des weltberühmten Petersburger Opern- und Balletthauses noch nicht. Die abschließenden Verhandlungen dazu verliefen in der letzten Woche am Theaterplatz hinter verschlossenen Türen.
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Klar ist jedoch, dass sich Jack Diamond und Donald Schmitt für einen Bau im Stil der “skandinavischen Moderne der 1980er Jahre“ entschieden haben, schreibt die Zeitung „Kommersant“. Sie sollen nicht nur die Fassaden entwerfen, sondern auch die Innengestaltung übernehmen.
Die Kanadier sind bereits in Russland engagiert – in Sotschi bauen sie einen Elite-Wohnkomplex.
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Ein verhaltenes modernes Design
Im Gegensatz zu ihrem letzten großen Opernhaus, dem The Four Seasons Centre For The Performing Arts in Toronto, wird die Fassade in Petersburg aber nicht durchsichtig, sondern für den Blick geschlossen sein. Die Stadt bekommt damit einen verhalten modernen Bau, der sich leichter in die historische Umgebung am Krjukow-Kanal einpassen wird.
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Und Maestro Gergijew bekommt sein „Opernhaus Light“, das die ursprüngliche, gewagte Variante des Franzosen Dominique Perrault ersetzen soll. Dessen „goldene Kuppel“ war vor einem Jahr nach langen Diskussionen endgültig zu den Akten gelegt worden (Russland-Aktuell berichtete).
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Ohne Diskussion unter Ausschluss der Öffentlichkeit Diamond & Schmitt Architects werden nicht nur die Fassaden, sondern auch den Zuschauersaal und die Innenräume entwerfen. Ursprünglich war vorgesehen gewesen, nur Perraults Goldkuppel zu ersetzen und sich ansonsten auf seinen Entwurf zu stützen.
Anders als bei dem groß angelegten internationalen Wettbewerb von 2003, aus dem Perrault als strahlender Sieger hervorging, spielte sich die Auswahl jetzt unter völligem Ausschluss der Öffentlichkeit und ohne Jury ab. Die Entscheidung lag offensichtlich allein bei Mariinski-Intendant Valeri Gergijew und Kulturminister Alexander Awdejew.
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Unrealistische Fristen Die kanadischen Architekten sollen für ihren Entwurf umgerechnet neun Millionen Euro bekommen (15 Millionen kanadische Dollar). Mit dem mehrmaligen Wechsel der Planungsbüros seit 2003 sind diese Ausgaben inzwischen auf das Dreifache der ursprünglich veranschlagten Summe angewachsen.
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Verwunderung löst die Ankündigung von Kulturminister Awdejew aus, bereits Ende 2010 würde im Mariinski-2 die erste Vorstellung gegeben werden. Das ist mehr als unrealistisch, denn durch die Neugestaltung des Zuschauersaals sind höchstwahrscheinlich neue Tiefbauarbeiten nötig, um das Fundament zu verstärken.
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Die sind aber bereits so gut wie abgeschlossen. Die erneute Öffnung der Baugrube wird sich aber nicht nur auf die Fristen zur Fertigstellung auswirken, sondern ebenso auf die Kosten. Die sind eh schon von ursprünglich 9,6 auf 15,7 Milliarden Rubel (420 Millionen Euro) angestiegen und die Tendenz ist weiter steigend.
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