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Wir sagen Nein zur Blockade Leningrads! (Foto: blokade.net)
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Freitag, 09.09.2011

Petersburg gedenkt 70 Jahren Leningrader Belagerung

St. Petersburg. Während Russland um die Opfer des Flugzeugabsturzes in Jaroslawl trauert, gedenkt Petersburg eines anderen tragischen Ereignisses – vor 70 Jahren begann die Belagerung von Leningrad durch die Hitlertruppen.

Die traditionellen Feiern am 8. September wurden natürlich durch das Unglück in Jaroslawl, wo eine Eishockeymannschaft ums Leben gekommen ist, in den Hintergrund gedrängt. Und doch versammelten sich die wenigen noch verbliebenen Veteranen in St. Petersburg zu mehreren Gedenkveranstaltungen.

Bei Russland-Aktuell
• Wechselvolle Geschichte: Leningrads Blockademuseum (06.09.2011)
• Blokada – ein nötiges Buch über Leningrads Tragödie (12.07.2011)
• St. Petersburg gedenkt der Blockade von Leningrad (27.01.2010)

Die „100 Gramm“ gibt es später


Der 8. September, an dem sich vor genau 70 Jahren der Blockadering um Leningrad schloss und eine fast 900 Tage währende Tragödie mit weit mehr als einer Millionen Toten ihren Anfang nahm, begann mit den üblichen Blumen- und Kranzniederlegungen – z. B. vor der Gedenktafel am Haus Nr .13 auf dem Newski Prospekt und auf dem Piskarjowskoje-Gedenkfriedhof, wo etwa 800.000 Blockadeopfer begraben sind.

Im Blockade-Museum gab es das traditionelle kleine Konzert, zu dem sich mehrere Dutzend Blockadeteilnehmer eingefunden hatten. Vor dem Museum lief derweil die Vorbereitung zu der zentralen Veranstaltung, zu der Kriegsveteranen aus allen Petersburger Stadtteilen eingeladen waren.

Wegen dieser Veranstaltung mussten die Veteranen, die sich im Museum eingefunden hatten, zunächst auf die traditionellen „100 Gramm“ (Wodka) verzichten, die sonst immer ausgeschenkt werden. Der Direktor des Museums beruhigte die Anwesenden, die „Soldatenration“ würde nach Ende der Veranstaltung draußen nachgereicht werden.

Reiches Konzertprogramm


Die Veranstaltung vor dem Museum war dann tatsächlich etwas ganz Besonderes, was nur zu den „runden“ Gedenktagen geboten wird. Da nun schon 70 Jahre seit dem Blockadebeginn 1941 verflossen sind, war auch das Publikum zum größten Teil hochbetagt. Die Stadt hatte hochkarätige Sänger wie Zara und Lew Leschtschenko und sogar ein Symphonieorchester verpflichtet, die den Anwesenden ein erstrangiges und bewegendes Konzert präsentierten.

Am Abend folgte ein Konzert in der Isaakskathedrale - hier kamen unter dem Titel „Gewidmet den Verteidigern Leningrads, den Gefallenen und den Lebenden“ Werke von Komponisten des 20. Jahrhunderts und russische geistige Musik zur Aufführung.

Im Internet
• Website der Aktion "Blokade.net"

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“Blokade – net!“


Zeitgleich startete in der Peter-Pauls-Festung die Aktion „Blokade.net“. Der Titel lässt eine doppelte Leseweise zu: „Nein zur Blockade“ und den Namen einer der Belagerung gewidmeten Internetseite.

Hier spielte das Jugend-Symphonieorchester der Glinka-Kapelle die 7., die „Leningrader“ Sinfonie von Dmitri Schostakowitsch im Rahmen einer „Cinemafonie“, also mit Film- und Fotobegleitung.

Diese Veranstaltung wurde in mehrere Städte der GUS-Staaten, nach Georgien und ins Baltikum übertragen – die Leningrader „Blokadniki“ leben heute weit verstreut in Russland und jenseits seiner Grenzen.

Wie traurig es auch ist – der 70. Jahrestag wird wohl der letzte sein, der als „runder“ Gedenktag so umfangreich und auf mehr oder weniger traditionelle Weise gefeiert wird. Die Blockadeteilnehmer sterben nach und nach aus – alles, was nach ihnen kommt an Gedenkfeiern, wird ein völliges anderes Gesicht haben.



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Redaktion 12.09.2011 - 22:47

Blockade

Vielen Dank für die gedanklichen Anregungen. Es ist natürlich gut für die Zukunft, dass es andere Arten des Blockade-Gedenkens geben wird. Aber zugleich stimmt es traurig, dass die Alten, die das Ganze miterlebt haben, abtreten müssen. Es sind unter ihnen kaum \"Haudegen\", sondern zumeist sehr verunsicherte und vom Schicksal gebeutelte alte Menschen, die unser Mitgefühl verdienen.


jaja 09.09.2011 - 17:23

Blockade-Feierlichkeiten

So oft ich den letzten Absatz des Textes lese, desto mehr regt er mich zum Nachdenken an. Weshalb ist es traurig, dass ein Gedenken vermutlich das letzte mal als quasi folkloristische Veranstaltung für die letzten noch Verbliebenen Zeitzeugen abgehalten wird? Dass die letzten Haudegen allmählich aus der Gesellschaft heraussterben liegt in der Natur der Dinge. Gedenkfeiern wird es sicherlich auch fürderhin geben, wenn womöglich auch mit weniger Dschingderassabum und weniger Pathos. Das mag gut sein, nur was ist daran verkehrt? Die Zeiten ändern sich. Ob zum guten oder schlechten mag jeder für sich selbst entscheiden. Aber anstatt in Vergangenem dahin zu schmachten, sollte sich der Blick doch viel eher in die Zukunft richten. Das Vergangene zu resümmieren heisst ja letztendlich zu versuchen die Gegenwart besser zu gestalten und in der Gegenwart lässt sich bereits der Grundstein für eine bessere Zukunft legen. Auch die Gedenktage für die Blockade sind mittlerweile im 21.Jhd. angekommen...


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