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Überraschungs-Eier für Zaren-Gattinnen: Faberges Werkstatt brachte auch ganze Kriegsschiffe in Ostereiern unter (Foto: fsv.ru)
Überraschungs-Eier für Zaren-Gattinnen: Faberges Werkstatt brachte auch ganze Kriegsschiffe in Ostereiern unter (Foto: fsv.ru)
Mittwoch, 20.11.2013

Wechselberg stiftet Petersburg ein Faberge-Museum

St. Petersburg. Eine museale Attraktion mehr in der Stadt: Das Fabergé-Museum, finanziert und ausgestattet von Oligarch Viktor Wechselberg, hat eröffnet. Neun der berühmten Fabergé-Eier der Zaren werden ausgestellt.

2004 landete Multimillardär Viktor Wechselberg (oft auch Wexelberg oder Vekselberg geschrieben) einen Coup in der Welt des Kunsthandels: Die Erben des amerikanischen Medienmoguls Malcolm Forbes wollten dessen einmalige Sammlung von Werken aus der Werkstatt des russischen Juweliers Carl Fabergé versteigern lassen.


Darunter waren auch neun jener insgesamt 50 prachtvoll dekorierten und filigran ausgearbeiteten „Überraschungs-Eier“, die die letzten Zaren Alexander III. und Nikolaus II. jedes Jahr zu Ostern ihren Gattinnen sowie der Frau Mutter schenkten. Über 30 Jahre lang hatte Hoflieferant Karl Fabergé jeweils am Karfreitag dem russischen Herrscher die neuen Schöpfungen der besten Goldschmiede seines damals weltbekannten Juwelier-Konzerns überbracht.

42 dieser Eier sind bis heute erhalten, über die größte Kollektion verfügt mit zehn Stück die Waffenkammer des Moskauer Kremls.

Ein Oligarch schlägt zu - zum Wohle der Kunstwelt


Wechselberg gelang es, die gesamte Forbes-Sammlung vor der Auktion im Paket aufzukaufen, was ihn etwa 100 Mio. Dollar gekostet haben soll. Dies wurde in Russland als vorbildlicher patriotischer Akt gefeiert, denn Wechselberg versprach, die Kollektion nach Russland zurückzubringen und öffentlich zugänglich zu machen. Auf diese Weise sollte wenigstens partiell der enorme kulturelle Schaden getilgt werden, den die Plünderung und der Ausverkauf von staatlichen, kirchlichen und privaten Kulturschätzen durch die junge Sowjetmacht nach der Revolution gerissen hatte.

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• Wechselberg – Öloligarch als Motor der Modernisierung (11.09.2012)
• Russlands Superreiche werden noch reicher (19.04.2013)
• Deripaskas Streit mit Wechselberg spitzt sich zu (02.07.2012)
Da ihm einige Moskauer Angebote für einen Ausstellungsort nicht zusagten, griff Wechselberg in St. Petersburg zu, als ihm von der Stadtverwaltung das Naryschkin-Schuwalow-Palais angeboten wurde. Dabei handelt es sich um einen reich ausgestatteten Adelspalast aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, nur 150 Meter vom Newski Prospekt entfernt an der Fontanka 21 gelegen. In der späten Sowjetzeit war hier das „Haus der Freundschaft und des Friedens“ untergebracht.

4000 Exponate bestes Kunsthandwerk


Viktor Wechselberg und die von ihm gegründete Kulturstiftung „Swjas wremeni“ ließen sich die Renovierung des von der Stadt zur Verfügung gestellten Palais 1,2 Mrd. Rubel (27 Mio. Euro) kosten. Dafür strahlt es nun wie aus einem Fabergé-Ei gepellt.

Neben den neun Fabergé-Eiern verfügt die nun dort untergebrachte Sammlung über insgesamt 4000 Exponate, darunter zahlreiche weitere Arbeiten aus den Werkstätten Fabergés sowie Ikonen und viele andere wertvolle Schöpfungen des russischen Kunsthandwerks des 19. und 20. Jahrhunderts. Wechselberg stellt auch Gemälde aus seiner privaten Sammlung aus.

Feinschliff nötig: Museum vorerst noch nicht zugänglich


Die am Dienstag erfolgte feierliche Eröffnung im Beisein von Premierminister Dmitri Medwedew bedeutet allerdings noch nicht, dass das neue Privatmuseum nun fürs Publikum frei zugänglich ist: Dies soll aber im Laufe des Dezembers, spätestens mit Beginn des neuen Jahres erfolgen. So bemerkten die Premierengäste, dass es an den Vitrinen mit den Meisterstücken noch keine Beschriftungen gibt. Auch eine Webseite ist noch Fehlanzeige.


Wechselberg versprach beim Festakt, dass sein Museum zu demokratischen Eintrittspreisen auf einem mit staatlichen Museen vergleichbaren Niveau zugänglich sein wird – das heißt, also für etwa 300 Rubel. Höhere Preise für Ausländer wird es dabei nicht geben.



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