Aus dem Palast der Grafen Kuschelew-Besborodko wird vielleicht ein neues Luxushotel. (Foto: Fontanka.ru)
Montag, 14.12.2009
25 Millionen Dollar: Rekordpreis für Palast an der Newa
St. Petersburg. Überraschenderweise erbrachte der Verkauf des bekannten Palastes der Grafen Kuschelew-Besborodko am Newa-Ufer satte 25 Millionen US-Dollar ein. Seit zwei Jahren wurde keine Immobilie mehr so teuer veräußert.
Der Käufer des altehrwürdigen Hauses an der Kutusow-Uferstraße/Ecke Gagarin-Straße wird von den Veranstaltern nicht genannt. Das 740 Millionen Rubel teure Objekt ging wohl aber an ein Moskauer Investitionsfonds.
Laut dem Russischen Auktionshaus (RAD) ist dies der größte Verkaufspreis für eine Petersburger Topimmobilie seit zwei Jahren. Zuletzt war 2007 ein Wohnhaus an der (übrigens ganz in der Nähe des Palastes gelegenen) Robbespiere-Uferstraße für knapp über eine Milliarde Rubel ersteigert worden.
„Das ist eine Bombe!“
In Krisenzeiten können die Auktionatoren also hochzufrieden mit dem Ergebnis. Und doch geben sie zu bedenken, dass der Quadratmeterpreis für das Haus vor der Krise locker 8.000 bis 10.000 Dollar ausgemacht hätte – nun betrug er lediglich 4.000 Dollar.
Experten reagierten überrascht. „Das ist eine Bombe!“, zitiert die Zeitung „Kommersant den Präsidenten der führenden Petersburger Immobilienfirma Becar, Alexander Scharapow. Eine Bombe auch deswegen, weil der erzielte Preis in keiner Weise den wirklichen Zustand des Marktes widerspiegelt.
Andrej Luschnikow, Aufsichtsratsvorsitzender der Best-Gruppe, hält die Verwandlung des in den 1780er Jahren erbauten Adelspalastes in ein Hotel für wahrscheinlich. Die Auflagen der Petersburger Denkmalschutzbehörde lassen eine andere Nutzung kaum zu; ein Abriss des Gebäudes ist völlig ausgeschlossen.
Schach und römische Ruinen
In dem 1774-1775 erbauten Palast befand sich der erste, 1853 gegründete „Verein für Liebhaber des Schachspiels“. Die Grafen Kuschelew-Besborodko hatten in dem Haus am Newa-Ufer am Ende des 19. Jahrhunderts ihre berühmte Gemäldegalerie und einen sehr beliebten Konzertsaal untergebracht.
Zu Sowjetzeiten beherbergte das große dreigeschossige Haus eine Vielzahl an bizarr geschnittenen Kommunal- wohnungen. Die runde Galatreppe war zum Schluss in ihrer völligen Verwahrlosung ein wahres Abbild römischer Ruinen.
Der Containerverkehr aus und in den Petersburger Hafen ist ein deutliches Zeichen für den Wirtschaftsboom in der Stadt wie im ganzen Land. (Foto: Deeg/.rufo)