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Die Stadtautobahn SSD führt in Nord-Süd-Richtung durch die Newa-Mündung (foto: archiv)
Die Stadtautobahn SSD führt in Nord-Süd-Richtung durch die Newa-Mündung (foto: archiv)
Montag, 09.06.2008

Deripaska und Strabag bauen Petersburger Autobahn

St. Petersburg. Den Zuschlag für Bau und Betrieb der Petersburger „Westautobahn“ SSD hat ein Konsortium von Firmen um Oleg Deripaska erhalten. Der Oligarch und seine Partner müssen ca. 2 Mrd. Euro investieren.


Die Partnerschaft namens „Newski Meridian“ aus Deripaskas Holding „Basowoj Element“, dem österreichischen Baukonzern Strabag (an dem Deripaska zu 30 Prozent beteiligt ist), der französischen Bouygues Travaux Publics, der deutschen Hochtief PPP Solutions, Egis Projects und dem Petersburger Bauunternehmen Mostootrjad N.19“ war der einzige Bewerber von ursprünglich vier Interessenten, der auch in der zweiten Etappe der Ausschreibung ein detailliertes Gebot abgab.

Die endgültige Entscheidung in dem Tender sollte eigentlich schon im Juli letzten Jahres fallen, wurde aber wegen immer neuer Unklarheiten fünf Mal verschoben.

Überall Neuland: Juristisch und geologisch


Grund dafür waren zum einen die permanent wachsenden Preise für Baumaterialien, aber vor allem das juristische Neuland des ganzen Prozesses: Eine vergleichbar umfangreiche öffentlich-privat finanzierte Straßenbaukonzession für eine spätere Maut-Trasse ist in Russland noch nie vergeben worden. Das entsprechende Gesetz wurde erst verabschiedet, als die Ausschreibungsprozedur schon lief.

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Deripaska und Konsorten sollen nun bis 2014 das ambitionierteste Straßenbau-Projekt Petersburgs fertigstellen: Der „Sapadny Skorostny Diameter“ (SSD, übersetzt: "westlicher Schnelldurchmesser“) soll auf 49 Kilometer Länge von der neuen Ringautobahn im Gebiet des Flughafens Pulkovo durch das Petersburger Hafenareal, quer durch die Mündung der Newa und über das vor der Wassili-Insel zur Aufschüttung vorgesehene Neuland in den Nordwesten der Stadt führen. Dort findet die Autobahn erneut Anschluss an die Ringautobahn KAD und geht schließlich in die „Skandinavia-Trasse“ nach Finnland über.

Die Querung der diversen Newa-Arme erfordert dabei gigantische Brückenbauten, im innerstädtischen Bereich sind lange Tunnelabschnitte nötig. Mit dem Bau des SSD wurde im Süden der Stadt bereits begonnen, um möglichst schnell eine Anbindung des Hafens an die KAD zu schaffen.

6 Mrd. Euro für eine Verkehrsarterie halb im Meer


Von den aktuell auf 212 Mrd. Rubel (ca. 5,8 Mrd. Euro) veranschlagten Baukosten trägt der russische Staat die Hälfte, die Stadt 16 Prozent und der jetzt bestimmte Konzessionär 34 Prozent. Er erhält dafür das Recht, im Lauf von 28 Jahren Maut auf der Stadtautobahn zu erheben. Momentan wird mit 100 Rubel für Pkw und 150 bis 300 Rubel für Lkw kalkuliert.

Oligarch Deripaska baut Petersburg um


Deripaska-Unternehmen haben in letzter Zeit mehrfach Großaufträge in Petersburg erhalten oder selbst angeschoben. So realisiert das zum Firmen-Imperium des russischen Krösus gehörende Bauunternehmen „Glavstroi“ zwei riesige Wohnbauprojekte am Petersburger Stadtrand im Gesamtvolumen von 7,4 Mrd. Euro.

Auch das historische innerstädtische Marktareal "Apraxin Dwor" soll von Deripaska-Firmen generalsaniert werden.



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Der Containerverkehr aus und in den Petersburger Hafen ist ein deutliches Zeichen für den Wirtschaftsboom in der Stadt wie im ganzen Land. (Foto: Deeg/.rufo)



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