Freitag, 08.11.2013

Deutsche Lastwagen aus Petersburg: MAN-Werk eröffnet

Roll-out des 100. MAN-Lasters aus Petersburger Produktion - mit Gouverneur Poltawtschenko als Beifahrer (Foto: gov.spb.ru)
St. Petersburg. In Russland werden jetzt Lastwagen der deutschen Marke MAN gebaut. Faktisch läuft die Fabrik allerdings schon seit Juli, beim Festakt diese Woche feierte man deshalb die Fertigung des 100. Fahrzeugs.
MAN hat 25 Mio. Euro in die Errichtung der Fertigung im Industriegebiet von Schuschary am Stadtrand von St. Petersburg investiert.

Zum Anlauf vor allem Baustellen-Fahrzeuge


Gegenwärtig wird nur auf Bestellung gefertigt, die Produktpalette besteht hauptsächlich aus Kippern und Betonmischern, so Stanislaw Kowaljow, der Produktionschef der russischen MAN-Filiale.

Bislang sind von 229 geplanten Arbeitsstellen nur 92 besetzt. Die wesentlichen Komponenten für die Lkw-Montage werden vorerst aus dem Ausland zugeliefert, einzig die Getriebe kommen von einem Joint-Venture des deutschen Konzerns ZF mit Kamaz in Tatarstan zugeliefert.

Die Kapazität des Werkes ist auf 6000 Lkw im Jahr ausgelegt. Im nächsten Jahr will das Werk auch die Herstellung von speziellen Modellen für den Einsatz in der Arktis aufnehmen. Auch soll für 10 Mio. Euro ein MAN-Servicezentrum in St. Petersburg gebaut werden.

Kirow-Werk drängt ebenfalls in die Lkw-Branche


Neben MAN fertigt bereits Scania in St. Petersburg Lastwagen für den russischen Markt. In absehbarer Zeit könnte noch ein drittes Lkw-Werk hinzukommen: Das Kirow-Werk, ein örtlicher Industriegigant, kündigte an, mit einem nicht näher genannten großen Lkw-Hersteller über eine gemeinsame Produktion zu verhandeln.

Details sollen noch im November bekannt gegeben werden. Bisher war Kirow im Fahrzeugbau nur in den Sektoren Land- und Baumaschinen tätig. Im März erwarb der Konzern aber bereits den deutschen mittelständischen Bushersteller Göppel.