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| Vor dem Moskauer Bahnhof könnte sich bald die Erde auftun. Foto: ld/.rufo | |
Dienstag, 11.03.2008
Erneut unterirdische Pläne am Moskauer Bahnhof
St. Petersburg. Die Idee, unter dem Ploschtschad Wosstanija vor dem Moskauer Bahnhof eine Shopping-Meile einzurichten, ist wieder auf dem Tisch. Petersburg steht also erneut eine lange und zähe Diskussion ins Haus.
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Auf einer erweiterten Sitzung des Stadtbaurats wurde das neue Projekt vorgelegt, das in Wirklichkeit die Fortsetzung alter, niemals umgesetzter Pläne ist. Dass am Moskauer Bahnhof etwas geschehen muss, um die Verkehrslage zu entschärfen, ist allen klar. Nur daran, wie das geschehen soll, scheiden sich die Geister.
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Ein neuer Investor mit viel Geld
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Laut Gouverneurin Valentina Matwijenko hat sich ein potenter Investor gefunden, der bereit ist, 700 Millionen bis eine Milliarde Dollar in die Verwandlung des Raums unter dem Platz des Aufstands zu stecken. Ein konkreter Name wurde allerdings nicht genannt.
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Geplant ist ein Einkaufszentrum auf zwei Ebenen und ein Parkhaus darunter. Rund um den Platz soll es sieben Fußgängereingänge in das unterirdische Reich geben, was bedeutet, dass oben allein der Autoverkehr das Sagen hat. Nach Angaben von Experten würde sich die Verkehrslage auf dem Platz um 20 Prozent verbessern.
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Bekannte Petersburger Architekten am Werk
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Der unbekannte Geldgeber hat bereits drei Millionen Dollar in die Ausarbeitung des architektonischen Entwurfs investiert. Erstellt haben es die bekannten Petersburger Baumeister Sergej Tschoban und Jewgeni Gerassimow. Unlängst sorgten sie mit ihrem Projekt für das „Newski-Rathaus“ für Aufsehen.
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Kein Luxus-Shopping vorgesehen
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Die Verwandlung des Ploschtschad Wosstanija in eine Shopping-Meile ist vielen um die Erhaltung der historischen Innenstadt bangenden Bürgern ein Dorn im Auge. Das weiß auch die Gouverneurin. Deshalb lud sie zum Stadtbaurat solche angesehenen Petersburger wie Michail Piotrowski (Direktor der Eremitage), Alexander Sokurow (Filmregisseur) und Andrej Tolubejew (Schauspieler) ein.
Das schon früher oft vorgebrachte Argument der Baugegner, unter dem Platz des Aufstands könnte sich ein Elite-Einkaufszentrum breitmachen, in dem normale Petersburger nichts verloren haben, brachten die Befürworter des Projekts gleich zur Sprache, indem sie versicherten, die Shopping-Zone sei „für Bürger mit mittlerem Einkommen“ gedacht.
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Kommt der dicke Zar an seinen Platz zurück?
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Auch um die oberirdische Gestaltung des Platzes könnte es harte Diskussionen geben. Eine Variante des Entwurfs sieht vor, den Obelisk zu Ehren der Heldenstadt Leningrad auf den Ploschtschad Muschestwa im Norden der Stadt zu verlegen und an seiner Stelle das Denkmal für Alexander III. aufzustellen.
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Das etwas kurios anmutende Monument, das einen korpulenten Zar auf einem nicht weniger kräftigen Pferd darstellt, stand hier bis 1937 und schmückt zurzeit den Eingang in den Marmor-Palast. Die „Verbannung“ der Erinnerung an die Blockade aus dem Stadtzentrum wird besonders bei älteren Bürgern auf Widerstand stoßen.
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Klarheit erst in einem Jahr
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Mit dem Bau des unterirdischen Komplexes könnte Mitte 2009 begonnen werden, so die Autoren des Konzepts. Bis dahin müssen alle Bewilligungsinstanzen durchschritten werden. 2012 könnten die Arbeiten abgeschlossen sein. Ob nicht alle Pläne erneut daran scheitern könnten, dass der Grund unter dem Platz für solche umfangreichen und tief ins Erdreich eingreifenden Arbeiten für zu weich befunden wird, kann heute allerdings keiner sagen.
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