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Der Sicherheit der neuen Reaktoren kann der Segen der Kirche nur gut tun. (Foto: fontanka.ru)
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Sonntag, 26.10.2008

Neubau für zweites AKW in Sosnowy Bor begonnen

St. Petersburg. In Sosnowy Bor an Russlands Ostseeküste entsteht ein neues Kernkraftwerk. Der erste Reaktorblock des Kraftwerkes LAES-2 soll 2013 in Betrieb gehen und die alten Atommeiler vom Tschernobyl-Typ ablösen.

Am Samstag wurde auf dem Baugelände feierlich und formell der erste Beton in die Schalungen des Fundaments gegossen. Die Verlegung eines „Grundsteins“ schien den Reaktorbauern offenbar nicht solide kräftig genug – respektive mit den Normen für einen Reaktor-Bau nicht vereinbar.

Erster Bauabschnitt kommt auf 4 Mrd. Euro


Das Auftragsvolumen für den ersten Bauabschnitt beläuft sich auf 136,7 Mrd. Rubel (ca. 4 Mrd. Euro). Neben einem der ältesten Kernkraftwerke Russlands sollen nun nach und nach vier VVER-Reaktoren mit jeweils 1172 Megawatt Leistung entstehen. Die neuen Reaktoren sollen schärfsten Sicherheitsanforderungen genügen und mindestens 50 Jahre lang in Betrieb bleiben, so die Atombehörde Rosatom.

Bei Russland-Aktuell
• Radioaktiver Ausstoß in Sosnowy Bor ein übler Scherz (21.05.2008)
• Sosnowy Bor: Neues Atomkraftwerk an der Ostsee (10.05.2006)
• Ein neues Städtchen – und ein altes Atomkraftwerk (26.08.2005)
• Kaliningrad: Atomkraftwerk contra Energie-Defizit? (27.08.2008)
• Putin fordert 26 neue AKW am Jahrestag von Tschernobyl (26.04.2007)

Ersatz für alte Meiler aus den 70er Jahren


Das neue Kraftwerk soll als Ersatz für das mit vier Reaktoren des Tschernobyl-Typs ausgestattete Kernkraftwerk LAES (Leningrader Atomkraftwerk) dienen. Der erste seiner vier Reaktoren ging 1973 ans Netz und hat gegenwärtig eine Betriebsgenehmigung bis 2009.

Sie kann voraussichtlich noch schrittweise bis 2019 verlängert werden – aber dann muss das Alt-Kraftwerk nach und nach vom Netz genommen werden. Der jüngste Reaktor stammt aus dem Jahr 1981.

Sosnowy Bor lebt von und für die Kernkraft


Die 60.000 Einwohner zählende Stadt Sosnowy Bor entstand in der Sowjetzeit erst in Zusammenhang mit dem Kraftwerkbau. Sie ist bis heute für Nicht-Ortsansässige nicht frei zugänglich und lebt hauptsächlich vom Kernkraftwerk. Der Neubau sichert dem Ort damit seine Existenzgrundlage – wobei es in Sosnowy Bor auch beträchtliche Risiken durch überfüllte atomare Zwischenlager und Abfallhalden gibt.

Russland setzt auf Reaktor-Neubau en gros


Im April 2007 hatte der damalige Präsident und heutige Premier Wladimir Putin den Bau von 26 neuen Kernreaktoren in Russland bis zum Jahr 2020 angekündigt. Faktisch brauche es eine „zweite Elektrifizierung des Landes“, da bereits Strom-Engpässe aufgetreten seien. Das AKW in Sosnowy Bor bestreitet etwa 40 Prozent der Stromversorgung der 80 Kilometer entfernten Fünf-Million-Stadt St. Petersburg.

Russland will noch ein zweites Atomkraftwerk im Ostseeraum errichten: Als Standort hat man sich für Neman an der Memel entschieden. Das dortige Projekt soll die Energieversorgung der russischen Exklave um Kaliningrad(Königsberg) absichern und bis 2017 fertig gestellt werden.



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