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| An Stelle des raffeligen Werftgeländes an der Newa kann jetzt ein neuer Stadtteil entstehen (Foto: ld/.rufo) | |
Freitag, 18.06.2010
Neue Stadtviertel statt alter Werften in Petersburg
St. Petersburg. An der Newa-Mündung können schicke Petersburger „Docklands“ entstehen – das weite Gelände der Admiralitätswerft soll in den nächsten acht Jahren geräumt werden. Der Schiffbau zieht nach Kronstadt um.
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Wenn gegenwärtig noble Kreuzfahrtschiffe in die Newa einlaufen, bietet sich den Touristen zunächst ein wenig erbauliches Bild: Bevor sich der Blick auf Paläste, Isaaks-Kathedrale und Klappbrücken öffnet, geht es einige Kilometer lang durch ein vergammelt wirkendes Industrieareal. Hier soll jetzt ein neuer Stadtteil entstehen - Petersburgs Version der Londoner Docklands.
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Gestern unterzeichnete die Stadtverwaltung mit der staatlichen Schiffbauholding OSK eine Vereinbarung über den Umzug der traditionsreichen Admiralitätswerft nach Kronstadt auf die Insel Kotlin. Damit werden 65 Hektar citynaher Flächen für neue Städtebau-Vorhaben frei.
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Die Stadt finanziert mit - und profitiert Die Kosten des Umzugs wurden von OSK-Präsident Roman Trozenko auf 20 Mrd. Rubel (ca. 520 Mio. Euro) veranschlagt. Daran will sich die Stadt beteiligen – und zwar in dem sie den ihr gehörenden Teil des Werftgeländes von 17 Hektar Größe an Investoren verkauft.
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Dabei handelt es sich um die Nowo-Admiraltejski-Insel, die auch als erster Teil des Werftareals geräumt werden soll, da sie nicht direkt in die laufende Produktion der Werft eingebunden ist.
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Gleichzeitig ist sie das Sahnestück des Werftgeländes: Sie grenzt direkt an die Newa und das von eleganten historischen Bauten geschmückte Englische Ufer.
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Erster Schritt: Eine neue Newa-Brücke Auf dieser Insel sollen Wohn- und Geschäftsbauten sowie soziale Objekte entstehen. Erster Schritt zur Erschließung wird allerdings die Errichtung einer neuen Newabrücke sein, die von hier auf die Wassili-Insel geschlagen wird , erklärte Gouverneurin Valentina Matwijenko. Mit dem Brückenbau könne schon Ende des Jahres begonnen werden.
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Neue Hochhäuser wie an der „Meeresfassade“ der Wassili-Insel sind an dieser Stelle nicht zu befürchten. Wie fontanka.ru berichtet, gilt für die „Neue Admiralitätsinsel“ eine Höhenbeschränkung von 21 Metern. Auch müssen zahlreiche unter Denkmalschutz stehende Industriegebäude mit einer Fläche von 45.000 Quadratmetern saniert und einer neuen Nutzung zugeführt werden.
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Zweiter Frühling für das vergessene Kronstadt Parallel wird die Admiralitätswerft neue Produktionsanlagen in Kronstadt aufbauen, wozu sie von der Stadt 100 Hektar Fläche überschrieben bekommt. Laut Trozenko besteht die Herausforderung darin, ein „erfolgreiches arbeitendes, zu 100 Prozent ausgelastetes Unternehmen“ umzusiedeln, ohne dessen Funktionieren zu behindern.
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Gegenwärtig baut die Werft vor allem eistaugliche Öltanker sowie Diesel-U-Boote für Russland und Vietnam. Als letztes soll der militärische Schiffbau auf die Insel Kotlin umziehen – womit sich dann der historische Stadtteil Kolomna auf ganzer Breite bis an die Newa ausbreiten kann.
Auch das eher depressive Kronstadt soll sich durch das Projekt der neuen Superwerft am Stadtrand wandeln, da zugleich das im historischen Stadtgebiet gelegene „Morskoi sawod“ (eine heruntergekommene militärische Reparaturwerft) unter Berücksichtigung des Denkmalschutzes in einen Komplex für touristische, kulturelle und sportliche Aktivitäten umgewandelt werden soll, erklärte Trozenko.
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"Baltisches Werk" kann sich dem Umzug anschließen Möglicherweise werden die neuen „Docklands“ sich sogar auf beide Ufer der Newa ausdehnen können: Denn gegenüber auf der Wassili-Insel befindet sich die Werft „Baltijski Sawod“. Gegenwärtig laufen Verhandlungen, dass dieses Unternehmen von der in Schräglage geratenen MeschPromBank ebenfalls an die Staatsholding OSK verkauft werden soll. Auch diese Werft plant schon lange ihren Umzug auf das Areal der "Nordwerft" im eigentlichen Hafengelände.
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Dann besteht die Möglichkeit, weitere 70 Hektar mit Newa-Blick städtebaulich neu zu erschließen. Das Areal sei dafür „zweifellos hervorragend“ geeignet, so ein Petersburger Immobilien-Experte.
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