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| Nissan startet in Petersburg - erst einmal bescheiden. (Foto: Nissan.de) | |
Mittwoch, 03.06.2009
Nissan schon unzufrieden mit Werk in St. Petersburg
St. Petersburg. Im Beisein von Premier Putin hat der japanische Autobauer Nissan in Petersburg sein Werk eröffnet. Der Automobilhersteller gibt indirekt zu: Alles war ein wenig anders geplant als es nun geworden ist.
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50.000 PKW wollte Nissan im Industriegebiet Kamenka im Norden von St. Petersburg ursprünglich produzieren. Die Krise zwingt nun dazu, die geplanten Kapazitäten vorläufig auf ein Fünftel zu kürzen – bis 2011 sollen lediglich 10.000 Wagen vom Typ Teana und X-Trail vom Petersburger Band rollen.
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Die Ehre, das Bändchen in der Fertigungshalle zu durchschneiden, wurde gestern Premierminister Wladimir Putin zuteil. Erwartet hatte man ihn allerdings ganz woanders, nämlich in Pikaljowo im Leningrader Gebiet, wo die Bevölkerung aus Protest gegen Werkschließungen und Lohnschulden auf die Straße ging (Russland-Aktuell berichtete).
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Verkalkuliert?
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Die Produktion startet zunächst mit 750 Mitarbeitern, die in einer Schicht arbeiten werden. Zum Jahresende soll eine zweite Schicht aufgenommen werden, 2010 eine dritte. Aus der Werksleitung verlautet, das Petersburger Werk wolle „in Kürze“ den gesamten Import an Nissan-Wagen nach Russland ersetzen.
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Auf die Frage, warum Nissan die Marken Teana und X-Trail produzieren will und nicht den in Russland populären Qashqai, erklärte Trevor Mann, Vizepräsident von Nissan Europa, damals hätte der Markt andere Tendenzen aufgewiesen.
„Damals befand sich der Qashqai noch in der Planungsphase, und wir wussten nicht, wie der Markt auf ihn reagieren würde.“ Um konkurrenzfähig zu sein, denke Nissan an eine Allianz mit Renault oder AvtoVAZ.
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Bis zu 500.000 Autos jährlich
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Optimistisch gibt sich dagegen Wladimir Putin. Er betonte in seiner Eröffnungsrede, das Petersburger Werk könnte im Endeffekt bis zu 500.000 Autos bauen, wenn Nissan mittelfristig den Export in die GUS-Staaten, nach Ost- und gar nach Westeuropa vorantreiben würde.
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Petersburgs Gouverneurin Valentina Matwijenko bediente sich in ihrer Rede eines Wortungetüms. Die Eröffnung der Fabrik sei „eine innovative Spritze gegen technologische Rückständigkeit“.
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Die Realität sieht zurzeit jedoch ganz anders aus: Nissan verzeichnet einen Verkaufsrückgang in Russland von 50 Prozent, in Petersburg wurden im ersten Jahresdrittel 35 Prozent weniger Autos produziert.
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Konkurrent Ford in der Petersburger Nachbarschaft muss in Kürze 90 Mitarbeiter entlassen; dort wird eine Vier-Tags-Schicht geschoben, bei Lohnkürzungen von bis zu 30 Prozent. Bleibt die Hoffnung auf bessere Zeiten – dann wird hoffentlich auch die "Spritze" wirken.
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