Wahl auf turkmenisch: 97 Prozent für Berdymuhammedow
Handball: Berliner Füchse überlisten russischen Bären
Startseite


Steht Gazprom mit seinem Wolkenkratzer bald allein auf weiter Flur? Foto: Entwurf von RGJM
Steht Gazprom mit seinem Wolkenkratzer bald allein auf weiter Flur? Foto: Entwurf von RGJM
Mittwoch, 29.10.2008

Petersburg: Geld fließt statt Ochta-Center ins Stadion?

St. Petersburg. Gerüchten zufolge will die Petersburger Stadtregierung sich aus der Finanzierung des Gazprom-Wolkenkratzers „Ochta-Center“ zurückziehen und diese Mittel in das neue Fußballstadion stecken.

Diese Information hat der „Kommersant“ von zwei führenden Beamten im Smolny erhalten. Die zuletzt für die Mitfinanzierung des umstrittenen Bauprojekts vorgesehenen 29,4 Milliarden Rubel (rund 850 Millionen Euro) will die Stadt nun umleiten, um den Bau des neuen Stadions für Zenit so schnell wie möglich zu vollenden.

Feilschen mit Gasprom

Entspricht die Information der Wahrheit, nimmt das Feilschen der Stadt mit Gazprom eine ganz neue Wendung. Weil der Gasmonopolist die nötige Zusatzfinanzierung für die Fußballarena nicht übernehmen will (Russland-Aktuell berichtete), wird er nun womöglich an anderer Stelle empfindlich getroffen.

Dass an den Gerüchten etwas dran sein könnte, zeigt eine Aussage von Vizegouverneur Alexander Wachmistrow. Der hatte erst am Dienstag erklärt, die Stadt werde 10-12 Milliarden Rubel in den Stadionbau pumpen, die „womöglich bei der Kürzung der Finanzierung anderer Gazprom-Projekte durch die Stadt“ frei würden, so weiß der „Kommersant“ zu berichten.

Will die Stadt sich aus der Affäre ziehen?

In der Chefetage von Gazprom hält man sich bedeckt und will den Fortgang der Verhandlungen mit der Stadt nicht kommentieren. Inoffiziell verlautete aber, man hoffe, dass „die Stadt die Finanzierung des Ochta-Centers nur 2009 kürzen wird und sich nicht vollständig aus dem Projekt zurückzieht“.

Bei Russland-Aktuell
• Gazprom hält trotz Krise an Turmbau-Plänen fest (14.10.2008)
• Mariinski-Theater legt Perraults Pläne ins Archiv (07.10.2008)
• Finanzierung des neuen Zenit-Stadions noch unklar (06.10.2008)
Vielleicht ist das Vorhaben, das Geld von einem Gazprom-Objekt in ein anderes fließen zu lassen, auch der Versuch der Stadt, das Gesicht zu wahren. Erstens ist die Errichtung des „Ochta-Wolkenkratzers“ in Petersburg inzwischen so umstritten, dass man im Smolny wohl am liebsten hätte, wenn das Projekt nicht zur Umsetzung käme.

Zweitens hat sich die Stadt mit dem Hin und Her um das neue Stadion mächtig in die Nesseln gesetzt und muss nun einfach einen Ausweg finden und die Arena so schnell wie möglich fertig bauen, um nicht noch mehr „Volkszorn“ auf sich zu ziehen.

Gazprom könnte sich verabschieden

Ob es aber elegant ist, erneut mit Gazprom zu feilschen, ist eine ganz andere Frage. Der omnipotente Gaskonzern hat in den letzten Jahren Milliarden Rubel an Steuergeldern in die Stadt gebracht und sieht sich nun gleich an zwei sehr prominenten Stellen (Büroviertel und Stadion) empfindlich verletzt.

Gouverneurin Matwijenko sollte aufpassen und das „Spiel“ nicht überreizen: Gazprom ist stark genug, um sich nicht von unprofessionellen Bürokraten an der Nase herumführen zu lassen, und kann sich schließlich auch andere Standorte suchen.

Für St. Petersburg als Wirtschaftsstandort und Stadt mit dem Anspruch, ein Zugpferd der Modernisierung zu sein, wäre dies jedoch eine mittlere Katastrophe. Dem Smolny ist also vor allem eine gehörige Portion mehr Fingerspitzengefühl zu wünschen.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Mittwoch, 29.10.2008
Zurück zur Hauptseite







Der Containerverkehr aus und in den Petersburger Hafen ist ein deutliches Zeichen für den Wirtschaftsboom in der Stadt wie im ganzen Land. (Foto: Deeg/.rufo)



Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Petersburg intern
Schnelle Stadtnachrichten

10.02.2012Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
10.02.2012Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
09.02.2012Fußball: Spalletti verlängert Vertrag bei Zenit SPb.
08.02.2012Nächste Pro-und Anti-Putin-Demos nicht mehr weit
08.02.2012Petersburger Schwulen-Gesetz in 2. Lesung angenommen
07.02.2012Häuserkampf in SPb.: Konflikt um Abrisshaus eskaliert
06.02.2012Petersburg: Kerzen auf dem Eis für russischen Winter
03.02.2012Frieren gegen Putin: Die Opposition geht auf die Straße
02.02.2012Amtsarzt warnt vor Demonstrationen bei bitterer Kälte
02.02.2012Gouverneur will das Gebiet Swerdlowsk umbenennen
01.02.2012Überdruck in Gasleitung: Zwei Tote, zahlreiche Brände
31.01.2012Petersburg: Demo am 4. Februar auf Kompromiss-Route
30.01.2012Neueste Umfrage: Petersburg gibt Putin nur 34 Prozent
27.01.2012Petersburger Abgeordneter mit 3 Kilo Haschisch erwischt
27.01.2012Putins Bruder Opfer der Belagerung von Leningrad

Mehr Petersburg bei www.petersburg.aktuell.ru >>>



Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
Susanne Brammerloh, St.Petersburg

Schnell gefunden
Petersburg Kultur
Petersburg Wirtschaft
Petersburg Architektur
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
Kopf der Woche
Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen
Kommentar
Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle
St.Petersburg
Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
Thema der Woche
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Moskau
Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent
Kaliningrad
Moskaus Ex-Bürgermeister macht jetzt Mist in Ostpreußen
Der Russland-Aktuell
Nachrichten-Monitor
Montag, 13. Februar
19:22 

Russland will Blauhelm-Mission für Syrien prüfen

18:38 

Korruption: Oligarchen wollen Geld für Sotschi zurück

18:06 

Handball: Berliner Füchse überlisten russischen Bären

17:15 

Russische Jugendliche 4 Mal depressiver als im Westen

15:49 

Wahl auf turkmenisch: 97 Prozent für Berdymuhammedow

14:51 

Baustelle am Kreml – weiter unklar, was dort entsteht

13:49 

Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen

12:38 

Hurra! Kältefrei! Schule in Moskau fällt wegen Frost aus

10:46 

Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle

09:53 

GLONASS Navigations- und Ortungsgeräte werden Pflicht

09:02 

VTB-Chef: Putin wählen, damit er in 6 Jahren abtritt

01:01 

Russland Geschichte: Ein Sänger und ein Vizeadmiral

Sonntag, 12. Februar
01:01 

Russland Geschichte: Ochrana, Kant, Tadschikistan

Samstag, 11. Februar
02:15 

Russland Geschichte: Iran und Russland vor einem Krieg

Freitag, 10. Februar
18:47 

Offizielle Umfragewerte: Putin im 1. Wahlgang durch

18:13 

9. Russlandlounge: Russland und der deutsche Markt

17:09 

Viel Wind um nichts: 25 Euro Strafe für Putin-Demo

16:14 

Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal

15:22 

Sotschi-2014: Ski-Weltcup als erste Bewährungsprobe

13:45 

Der potomkinsche Express-Bus - langsam und unbequem

12:48 

Politischer Karneval und Menschenkette um den Kreml

12:15 

Chodorkowski gewinnt Gerichtsverfahren gegen Lagerchef

11:01 

Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa

09:12 

Nach Überfall - Siegerin bei Präsidentenwahlen im Koma

01:01 

Russland Geschichte: Pasternak geboren

Donnerstag, 9. Februar
18:45 

KHL: Hockeyclubs fliegen nur noch mit Airbus und Boeing

18:17 

Putin will freie Januartage auf Anfang Mai verschieben

17:24 

Gorbatschow möchte Wählerliga anführen, soll aber nicht

16:37 

Putin plant patriotisches Meeting mit 200.000 Menschen

15:55 

Skepsis gegen schweizer Riesenpaar Glencore-Xtrata

15:18 

Fußball: Spalletti verlängert Vertrag bei Zenit SPb.

14:01 

Super-Flugzeugträger: Kosmos- und Unterwasser-Einsatz

11:40 

Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent

10:26 

Neue Atom-U-Boote und Atomraketen für Russland in 2012

09:02 

Noch ein Moskauer Jugendlicher springt in den Tod

Unseren kompletten
aktuellen News-Uberblick
finden Sie bei
russland-news.RU

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com