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| Steht Gazprom mit seinem Wolkenkratzer bald allein auf weiter Flur? Foto: Entwurf von RGJM | |
Mittwoch, 29.10.2008
Petersburg: Geld fließt statt Ochta-Center ins Stadion?
St. Petersburg. Gerüchten zufolge will die Petersburger Stadtregierung sich aus der Finanzierung des Gazprom-Wolkenkratzers „Ochta-Center“ zurückziehen und diese Mittel in das neue Fußballstadion stecken.
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Diese Information hat der „Kommersant“ von zwei führenden Beamten im Smolny erhalten. Die zuletzt für die Mitfinanzierung des umstrittenen Bauprojekts vorgesehenen 29,4 Milliarden Rubel (rund 850 Millionen Euro) will die Stadt nun umleiten, um den Bau des neuen Stadions für Zenit so schnell wie möglich zu vollenden.
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Feilschen mit Gasprom
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Entspricht die Information der Wahrheit, nimmt das Feilschen der Stadt mit Gazprom eine ganz neue Wendung. Weil der Gasmonopolist die nötige Zusatzfinanzierung für die Fußballarena nicht übernehmen will (Russland-Aktuell berichtete), wird er nun womöglich an anderer Stelle empfindlich getroffen.
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Dass an den Gerüchten etwas dran sein könnte, zeigt eine Aussage von Vizegouverneur Alexander Wachmistrow. Der hatte erst am Dienstag erklärt, die Stadt werde 10-12 Milliarden Rubel in den Stadionbau pumpen, die „womöglich bei der Kürzung der Finanzierung anderer Gazprom-Projekte durch die Stadt“ frei würden, so weiß der „Kommersant“ zu berichten.
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Will die Stadt sich aus der Affäre ziehen?
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In der Chefetage von Gazprom hält man sich bedeckt und will den Fortgang der Verhandlungen mit der Stadt nicht kommentieren. Inoffiziell verlautete aber, man hoffe, dass „die Stadt die Finanzierung des Ochta-Centers nur 2009 kürzen wird und sich nicht vollständig aus dem Projekt zurückzieht“.
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Vielleicht ist das Vorhaben, das Geld von einem Gazprom-Objekt in ein anderes fließen zu lassen, auch der Versuch der Stadt, das Gesicht zu wahren. Erstens ist die Errichtung des „Ochta-Wolkenkratzers“ in Petersburg inzwischen so umstritten, dass man im Smolny wohl am liebsten hätte, wenn das Projekt nicht zur Umsetzung käme.
Zweitens hat sich die Stadt mit dem Hin und Her um das neue Stadion mächtig in die Nesseln gesetzt und muss nun einfach einen Ausweg finden und die Arena so schnell wie möglich fertig bauen, um nicht noch mehr „Volkszorn“ auf sich zu ziehen.
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Gazprom könnte sich verabschieden
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Ob es aber elegant ist, erneut mit Gazprom zu feilschen, ist eine ganz andere Frage. Der omnipotente Gaskonzern hat in den letzten Jahren Milliarden Rubel an Steuergeldern in die Stadt gebracht und sieht sich nun gleich an zwei sehr prominenten Stellen (Büroviertel und Stadion) empfindlich verletzt.
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Gouverneurin Matwijenko sollte aufpassen und das „Spiel“ nicht überreizen: Gazprom ist stark genug, um sich nicht von unprofessionellen Bürokraten an der Nase herumführen zu lassen, und kann sich schließlich auch andere Standorte suchen.
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Für St. Petersburg als Wirtschaftsstandort und Stadt mit dem Anspruch, ein Zugpferd der Modernisierung zu sein, wäre dies jedoch eine mittlere Katastrophe. Dem Smolny ist also vor allem eine gehörige Portion mehr Fingerspitzengefühl zu wünschen.
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