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| Neue Rolle: Bauunternehmer Baklanow wird griechischer Rekrut (Foto: rucompany.ru) | |
Dienstag, 24.06.2008
Petersburger Baulöwe muss in griechische Armee
St. Petersburg. In Petersburger Business-Kreisen grinst man über eine Schicksalswendung, die einem einheimischen Multimillionär wiederfahren ist: Er muss drei Monate als Rekrut in der griechischen Armee dienen.
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Andrej Baklanow gehört der Petersburger Baukonzern „Newski Sindikat“ – ein erfolgreiches Großunternehmen. Die Geschäfte laufen so gut, dass er schon einige Millionen Dollar als Sponsor für seine Leidenschaft Volleyball ausgeben konnte.
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Fußangel der zweiten Staatsbürgerschaft Wie viele russische Oligarchen und Business-Könige hatte sich auch Baklanow vor etwa einem Jahr mit einer zweiten Staatsbürgerschaft gegen eventuelle Unannehmlichkeiten in Russland abgesichert. Er wählte Griechenland, wohin er auch einen Teil seines Geschäfts verlagert hatte.
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Allerdings, die staatsbürgerlichen Pflichten in so manchem EU-Staat erfordern eben mehr als nur korrekt seine Steuern zu zahlen: Das erfuhr Baklanow, als er am 18. Juni wie so oft von Thessaloniki nach St. Petersburg fliegen wollte.
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Er wurde an der Passkontrolle aufgehalten – und die Beamten erklärten ihm, dass er wegen der Nicht-Ableistung seines Wehrdienstes zur Fahndung ausgeschrieben sei. Als griechischer Staatsbürger unter 45 Jahren hätte er an Pflicht-Wehrübungen teilnehmen müssen – und Baklanow ist erst 44.
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Griechen gaben keinen Promi-Bonus Wie der Unternehmer der Petersburger Zeitschrift „Wasch tainy sowetnik“ erzählte, habe er eine halbe Stunde gebraucht, bis ihm klar wurde, dass die Lage wirklich ernst ist und er nirgendwohin fliegen wird: Weder wurde ihm einige Tage Aufschub wegen des Schulabschlusses seine Sohnes gewährt, noch betrachtete man sein Unwissen über die Wehrübungen als Entschuldigung. „Wir wissen schon, wer sie sind. Nur ändert das nichts“, erklärten ihm die griechischen Beamten.
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Im Prinzip reicht der Dienst für die UdSSR Auch eine Vereinbarung zwischen Russland und den EU-Staaten darüber, dass Personen, die schon in einem Land als Wehrpflichtiger gedient haben, nicht mehr eingezogen werden, beeindruckte den zuständigen Mann vom Verteidigungsministerium nicht: Zwar wollte man ihm schon glauben, dass er vor einem Vierteljahrhundert zwei Jahre in der Sowjetarmee gedient habe – einzig, Baklanow konnte keine Dokumente darüber vorlegen.
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Oh lustiges Rekrutenleben! Schließlich entschied man, Baklanows Papiere einzuziehen und ihn bis zu einer endgültigen Entscheidung unter Hausarrest zu stellen. Momentan sitzt der schwerreiche Unternehmer deshalb in seiner Villa in Griechenland – und hat sich mit seinem Schicksal schon abgefunden: Ihm stehen voraussichtlich drei Monate Grundausbildung als einfacher Rekrut bevor.
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Es werde wohl interessant, sich auf diese Weise an seine Jugend zu erinnern und Vergleiche zwischen den beiden Armeen zu ziehen, meint Baklanow. Und „für das Gefühl der Brüderlichkeit und Gleichheit in der Armee muss man halt ein bisschen Freiheit opfern“, meint er gelassen.
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