Sotschi-2014: Ski-Weltcup als erste Bewährungsprobe
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Startseite


Neue Rolle: Bauunternehmer Baklanow wird griechischer Rekrut (Foto: rucompany.ru)
Neue Rolle: Bauunternehmer Baklanow wird griechischer Rekrut (Foto: rucompany.ru)
Dienstag, 24.06.2008

Petersburger Baulöwe muss in griechische Armee

St. Petersburg. In Petersburger Business-Kreisen grinst man über eine Schicksalswendung, die einem einheimischen Multimillionär wiederfahren ist: Er muss drei Monate als Rekrut in der griechischen Armee dienen.


Andrej Baklanow gehört der Petersburger Baukonzern „Newski Sindikat“ – ein erfolgreiches Großunternehmen. Die Geschäfte laufen so gut, dass er schon einige Millionen Dollar als Sponsor für seine Leidenschaft Volleyball ausgeben konnte.

Fußangel der zweiten Staatsbürgerschaft


Wie viele russische Oligarchen und Business-Könige hatte sich auch Baklanow vor etwa einem Jahr mit einer zweiten Staatsbürgerschaft gegen eventuelle Unannehmlichkeiten in Russland abgesichert. Er wählte Griechenland, wohin er auch einen Teil seines Geschäfts verlagert hatte.

Allerdings, die staatsbürgerlichen Pflichten in so manchem EU-Staat erfordern eben mehr als nur korrekt seine Steuern zu zahlen: Das erfuhr Baklanow, als er am 18. Juni wie so oft von Thessaloniki nach St. Petersburg fliegen wollte.

Er wurde an der Passkontrolle aufgehalten – und die Beamten erklärten ihm, dass er wegen der Nicht-Ableistung seines Wehrdienstes zur Fahndung ausgeschrieben sei. Als griechischer Staatsbürger unter 45 Jahren hätte er an Pflicht-Wehrübungen teilnehmen müssen – und Baklanow ist erst 44.

Bei Russland-Aktuell
• Russen in Lettland: „Meine Heimat ist Riga“ (16.05.2008)
• Newslin wird von Israel definitiv nicht ausgeliefert (14.05.2008)
• Botschaft: Politkowskaja war US-Bürgerin (11.10.2006)
• Deutsche Opfer möglicherweise Doppelstaatsbürger (23.08.2006)
• Estland will Witwe von Dudajew einbürgern (20.07.2006)

Griechen gaben keinen Promi-Bonus


Wie der Unternehmer der Petersburger Zeitschrift „Wasch tainy sowetnik“ erzählte, habe er eine halbe Stunde gebraucht, bis ihm klar wurde, dass die Lage wirklich ernst ist und er nirgendwohin fliegen wird: Weder wurde ihm einige Tage Aufschub wegen des Schulabschlusses seine Sohnes gewährt, noch betrachtete man sein Unwissen über die Wehrübungen als Entschuldigung. „Wir wissen schon, wer sie sind. Nur ändert das nichts“, erklärten ihm die griechischen Beamten.

Im Prinzip reicht der Dienst für die UdSSR


Auch eine Vereinbarung zwischen Russland und den EU-Staaten darüber, dass Personen, die schon in einem Land als Wehrpflichtiger gedient haben, nicht mehr eingezogen werden, beeindruckte den zuständigen Mann vom Verteidigungsministerium nicht: Zwar wollte man ihm schon glauben, dass er vor einem Vierteljahrhundert zwei Jahre in der Sowjetarmee gedient habe – einzig, Baklanow konnte keine Dokumente darüber vorlegen.

Oh lustiges Rekrutenleben!


Schließlich entschied man, Baklanows Papiere einzuziehen und ihn bis zu einer endgültigen Entscheidung unter Hausarrest zu stellen. Momentan sitzt der schwerreiche Unternehmer deshalb in seiner Villa in Griechenland – und hat sich mit seinem Schicksal schon abgefunden: Ihm stehen voraussichtlich drei Monate Grundausbildung als einfacher Rekrut bevor.

Es werde wohl interessant, sich auf diese Weise an seine Jugend zu erinnern und Vergleiche zwischen den beiden Armeen zu ziehen, meint Baklanow. Und „für das Gefühl der Brüderlichkeit und Gleichheit in der Armee muss man halt ein bisschen Freiheit opfern“, meint er gelassen.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Dienstag, 24.06.2008
Zurück zur Hauptseite







Der Containerverkehr aus und in den Petersburger Hafen ist ein deutliches Zeichen für den Wirtschaftsboom in der Stadt wie im ganzen Land. (Foto: Deeg/.rufo)



Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Petersburg intern
Schnelle Stadtnachrichten

10.02.2012Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
10.02.2012Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
09.02.2012Fußball: Spalletti verlängert Vertrag bei Zenit SPb.
08.02.2012Nächste Pro-und Anti-Putin-Demos nicht mehr weit
08.02.2012Petersburger Schwulen-Gesetz in 2. Lesung angenommen
07.02.2012Häuserkampf in SPb.: Konflikt um Abrisshaus eskaliert
06.02.2012Petersburg: Kerzen auf dem Eis für russischen Winter
03.02.2012Frieren gegen Putin: Die Opposition geht auf die Straße
02.02.2012Amtsarzt warnt vor Demonstrationen bei bitterer Kälte
02.02.2012Gouverneur will das Gebiet Swerdlowsk umbenennen
01.02.2012Überdruck in Gasleitung: Zwei Tote, zahlreiche Brände
31.01.2012Petersburg: Demo am 4. Februar auf Kompromiss-Route
30.01.2012Neueste Umfrage: Petersburg gibt Putin nur 34 Prozent
27.01.2012Petersburger Abgeordneter mit 3 Kilo Haschisch erwischt
27.01.2012Putins Bruder Opfer der Belagerung von Leningrad

Mehr Petersburg bei www.petersburg.aktuell.ru >>>



Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
Susanne Brammerloh, St.Petersburg

Schnell gefunden
Petersburg Kultur
Petersburg Wirtschaft
Petersburg Architektur
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
Kopf der Woche
Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen
Kommentar
Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle
St.Petersburg
Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal
Thema der Woche
Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa
Moskau
Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent
Kaliningrad
Moskaus Ex-Bürgermeister macht jetzt Mist in Ostpreußen
Der Russland-Aktuell
Nachrichten-Monitor
Montag, 13. Februar
14:51 

Baustelle am Kreml – weiter unklar, was dort entsteht

13:49 

Wahlkampf auf südossetisch: Staatsanwalt wird entlassen

12:38 

Hurra! Kältefrei! Schule in Moskau fällt wegen Frost aus

10:46 

Sozial und gerecht: Putin verteilt Wahlgeschenke an alle

09:53 

GLONASS Navigations- und Ortungsgeräte werden Pflicht

09:02 

VTB-Chef: Putin wählen, damit er in 6 Jahren abtritt

01:01 

Russland Geschichte: Ein Sänger und ein Vizeadmiral

Sonntag, 12. Februar
01:01 

Russland Geschichte: Ochrana, Kant, Tadschikistan

Samstag, 11. Februar
02:15 

Russland Geschichte: Iran und Russland vor einem Krieg

Freitag, 10. Februar
18:47 

Offizielle Umfragewerte: Putin im 1. Wahlgang durch

18:13 

9. Russlandlounge: Russland und der deutsche Markt

17:09 

Viel Wind um nichts: 25 Euro Strafe für Putin-Demo

16:14 

Medwedew feuert Petersburger Polizeichef nach Skandal

15:22 

Sotschi-2014: Ski-Weltcup als erste Bewährungsprobe

13:45 

Der potomkinsche Express-Bus - langsam und unbequem

12:48 

Politischer Karneval und Menschenkette um den Kreml

12:15 

Chodorkowski gewinnt Gerichtsverfahren gegen Lagerchef

11:01 

Gemeinsam frieren: Dauer-Eiszeit in Russland und Europa

09:12 

Nach Überfall - Siegerin bei Präsidentenwahlen im Koma

01:01 

Russland Geschichte: Pasternak geboren

Donnerstag, 9. Februar
18:45 

KHL: Hockeyclubs fliegen nur noch mit Airbus und Boeing

18:17 

Putin will freie Januartage auf Anfang Mai verschieben

17:24 

Gorbatschow möchte Wählerliga anführen, soll aber nicht

16:37 

Putin plant patriotisches Meeting mit 200.000 Menschen

15:55 

Skepsis gegen schweizer Riesenpaar Glencore-Xtrata

15:18 

Fußball: Spalletti verlängert Vertrag bei Zenit SPb.

14:01 

Super-Flugzeugträger: Kosmos- und Unterwasser-Einsatz

11:40 

Präsidentenwahl: für Putin 28, für Sjuganow 22 Prozent

10:26 

Neue Atom-U-Boote und Atomraketen für Russland in 2012

09:02 

Noch ein Moskauer Jugendlicher springt in den Tod

01:01 

Russland Geschichte: Dostojewski gestorben

Mittwoch, 8. Februar
18:47 

Russische Forscher erreichen Antarktis-See unter Eis

18:25 

Nächste Pro-und Anti-Putin-Demos nicht mehr weit

17:53 

Deutsche Wirtschaft begrüßt Abkommen mit Kasachstan

15:21 

Petersburger Schwulen-Gesetz in 2. Lesung angenommen

Unseren kompletten
aktuellen News-Uberblick
finden Sie bei
russland-news.RU

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com