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| Die MS Julia fährt nicht mehr zwischen Petersburg und Helsinki. Foto: Stella Lines | |
Freitag, 10.10.2008
Verbindung Petersburg-Helsinki Opfer der Finanzkrise
St. Petersburg. Schon nach zwei Monaten wird der Fährverkehr zwischen Petersburg und Helsinki wieder eingestellt. Die finnische Reederei Stella Company Group kriegt wegen der Finanzkrise kein Geld von den Banken.
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Die Schließung der Fährverbindung kam so plötzlich, dass die Passagiere davon am 8. Oktober erst im Hafen von Helsinki erfuhren, als sie einchecken wollten. Das Schiff „Julia“, das seit dem 1. August alle zwei Tage die Passage über den Finnischen Meerbusen unternahm, lief nicht mehr aus.
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Statt 13 Stunden fröhlichen Zeitvertreibens an Bord mussten die Passagiere mit einem Bus vorlieb nehmen, der sie nach Petersburg brachte. Das Geld für die Überfahrt wird die Reederei ihnen zurückzahlen.
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Fehlende Investitionen
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Für „Inflot Worldwide St. Petersburg“, den offiziellen Agenten der Linie, kam die Entscheidung von Stella ebenso überraschend wie für die Passagiere im Hafen von Helsinki. Generaldirektor Igor Gluchow sieht als Hauptgrund für die Schließung das Fehlen von Investitionen als Folge der weltweiten Finanzkrise.
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„Dabei sind nur drei bis fünf Millionen Euro nötig, um die Linie bis Jahresende aufrecht zu erhalten“, sagte Gluchow in einem Interview der Zeitung „Kommersant“. Obwohl die Auslastung der „Julia“ zu wünschen übrig ließ, sei eine positive Dynamik zu verzeichnen gewesen.
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Zu viel Russen und zu wenig Finnen
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Jewgeni Lomakin, Vertreter der Stella Lines in Petersburg, gibt unumwunden zu, dass die Reederei unzufrieden war mit den niedrigen Passagierzahlen. Je nach Abfahrtstag waren zwischen 50 und 500 Passagiere an Bord; Stella hatte mit vier Mal so viel gerechnet.
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Enttäuscht sei Stella auch über den niedrigen Anteil von finnischen Reisenden. 90 Prozent Russen und nur zehn Prozent Finnen hatten die Passage genutzt. Der Grund: Das leidige Problem mit der fehlenden 72-Stunden-Visafreiheit für Schiffstouristen. Das entsprechende Gesetz liegt immer noch bei der Duma.
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Petersburg droht die Einstellung der Linie erneut ein herber Prestige-Verlust. Die „Meereshauptstadt“ Russlands schafft es seit Jahren nicht, einen regelmäßigen Fährverkehr zu installieren.
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Gluchow sieht eine Lösung des Problems: Die Stadt solle die Summe von drei bis fünf Millionen Euro übernehmen. Dem Haushalt würde sie nicht wehtun, und Petersburg könnte sein Gesicht wahren. Der Preis für den Prestigeverlust sei um einiges höher.
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